Raphael. Weise von Friedr. Schlegel

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August Wilhelm Schlegel: Raphael. Weise von Friedr. Schlegel (1806)

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Wenn sich neue Liebe regt,
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Alles die Gefühle wagen,
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Die man, ach, so gerne hegt,
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Laß mich fühlen, doch nicht sagen,
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Wie die Seele sich bewegt.
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Wird sie jemals sich beschränken?
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Sich in Lust und Leid zu senken,
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Kann sie nimmer sich entwöhnen!
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Doch was soll das eitle Denken?

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Wenn die Nachtigallen schlagen,
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Hell die grüne Farbe brennt,
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Will ich, was die Blumen sagen
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Und das Auge nur erkennt,
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Leise kaum mich selbst befragen.
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Wenn ich wandl' auf stiller Flur,
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Still verfolgend die Natur,
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Und sie fühlend denken lerne,
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Folg' ich den Gefühlen nur,

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Wer es je im Herzen wagte,
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Zu dem Aether zu entfliehen,
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Den der Himmel uns versagte,
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Denkt in leisen Phantasieen,
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Was er nie in Worten sagte.
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Worten ist es nicht gegeben,
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Unsre Seele zu beleben;
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Nah' sich ahnden schon das Ferne,
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Lächelnd weinen, lieben, leben

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Wenn sich süß Musik ergoßen,
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Darf es der Gesang nur wagen,
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Und in Wohllaut hingegoßen
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Leise zu der Laute sagen.
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Daß im Wohllaut wir zerfloßen.
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Wenn man den Gesang nur kennte,
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Ihn den Schmerzen nicht mißgönnte,
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Würden sie sich leicht versöhnen,
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Und die schöne Liebe könnte

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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