Zwei Weisen. Von Frau B*

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August Wilhelm Schlegel: Zwei Weisen. Von Frau B* (1806)

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Blumen, ihr seid stille Zeichen,
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Die aus grünem Boden sprießen,
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Düfte in die Lüfte gießen,
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So das Herz zur Lieb' erweichen.
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Dennoch mögt ihr nicht erreichen
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So das Herz, den Schmerz versöhnen,
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Enden alles Leid und Stöhnen,
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Daß ihr könntet als Gedanken
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In den grünen Blättern schwanken:

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Wollt' ich meine Liebe sprechen,
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Ach! als Botin meiner Klagen
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Sollte meine Hand nicht wagen
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Bunte Blumen abzubrechen.
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Still laß' ich die Dornen stechen,
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Wag' die süßen Schmerzen gern,
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Denn mir scheint kein günst'ger Stern,
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Drum will ich nicht Worte hauchen,
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Mag auch nicht Gedanken brauchen,

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Blumen, Worte und Gedanken,
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Manche Sehnsucht mögt ihr stillen,
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Manchen holden Wunsch erfüllen,
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Manches Herz mag wohl euch danken.
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Träume, süß, wie mich umwanken,
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Denen bleibt ihr ewig fern;
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Sie regiert ein andrer Stern.
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Selbst der Purpurglanz der Rosen
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Ist zu matt der Liebe: kosen

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Hätt' ich zarte Melodien,
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Sie als Boten wegzusenden,
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Würde bald mein Leid sich enden,
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Und mir alle Freude blühn.
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Holde Liebe zu mir ziehn
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Würd' ich dann mit süßen Tönen,
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Meinen Bund auf ewig krönen:
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Denn mit himmlischen Gesängen
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Kann Musik in goldnen Klängen

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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