Zweite Weise

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August Wilhelm Schlegel: Zweite Weise (1806)

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Laß dich mit gelinden Schlägen
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Rühren, meine zarte Laute!
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Da die Nacht hernieder thaute,
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Müßen wir Gelispel pflegen.
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Wie sich deine Töne regen,
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Wie sie athmen, klagen, stöhnen,
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Wallt das Herz zu meiner Schönen,
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Bringt ihr aus der Seele Tiefen
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Alle Schmerzen, welche schliefen;

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Zu dem friedlichen Gemach
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Wo sie ruht in Blumendüften,
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Laß noch in den kühlen Lüften
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Tönen unser schmelzend Ach.
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Halb entschlummert, halb noch wach,
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Angeblickt vom Abendstern
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Liegt sie, und vernimmt wohl gern
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In den leisen Harmonieen
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Träume, Bilder, Fantasieen,

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Inn'ger, liebe Saiten, bebet!
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Lockt hervor den Wiederhall!
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Weckt das Lied der Nachtigall,
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Und wetteifernd mit ihr strebet!
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Doch wenn Sie die Stimm' erhebet,
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Dann erkennet euren Herrn,
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Lauscht demüthig und von fern.
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Horch! schon singt der holde Mund,
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Denn verrathen unsern Bund

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Nun noch einmal, gute Nacht!
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Und an deinem Lager säume
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Nur der zärtlichste der Träume,
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Bis der Morgen wieder lacht.
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Dann geh' auf in stiller Pracht,
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Wie der Tag den Erdensöhnen,
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Meine Hoffnungen zu krönen.
35
Kann doch deine Blüthenjugend,
36
Unschuld, Anmuth, reine Tugend,

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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