Ja, ich gestehe mir es mit Entzücken

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August Wilhelm Schlegel: Ja, ich gestehe mir es mit Entzücken Titel entspricht 1. Vers(1799)

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Ja, ich gestehe mir es mit Entzücken,
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Ich bin dir hingegeben:
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Doch, süßer Freund, bewahr' es wie dein Leben.

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Der Lieb' ist nichts so eigen,
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Als sich mit holder Schüchternheit umschleiern.
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Hat sie schon nicht zu sorgen,
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Und dürfte kühn sich zeigen,
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Will sie geheim doch ihre Weihe feiern
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Und bricht der helle Morgen
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Auf günst'ge Schatten ein, die sie verborgen
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So wird verstört, mit Beben,
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Auch ihrer Träume zartester entschweben.

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Ich scheue nicht das Necken
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Gespitzter Zungen, noch des Pöbels Tadel.
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Das wollt' ich muthig leiden
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Uns aller Welt entdecken,
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Stolz auf die Wahl und meines Herzens Adel.
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Allein von diesen Freuden
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Beneid' ich Andern selber das Beneiden,
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Kein fremder Sinn soll streben,
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Zur Ahndung unsers Glücks sich zu erheben.

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Wohl muß es bitter schmerzen,
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Erlischt, in des Vergeßens Strom getauchet,
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Der Liebe schönes Glühen.
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Doch wenn aus stillem Herzen
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Du von den Lippen erst das Wort gehauchet,
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Kannst du's zurück nicht ziehen:
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Drum werde nimmer dem Verrath verziehen;
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Wenn neue Wünsche seinen Schlaf beleben.

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Es drängen sich die Seelen
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Der Liebenden im Blick an's Licht der Sonne,
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Wie hinter Schloß und Riegel;
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Sie innigst zu vermählen,
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Erschließet erst der Kuß das Thor der Wonne,
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Und löset ihre Flügel.
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Jetzt aber sei dir dieser Kuß als Siegel
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Des Schweigens mitgegeben,
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Das keine Macht vermöge wegzuheben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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