Aus deinen Augen sah ich Thränen fließen

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August Wilhelm Schlegel: Aus deinen Augen sah ich Thränen fließen Titel entspricht 1. Vers(1799)

1
Aus deinen Augen sah ich Thränen fließen:
2
Unglücklicher! ich hatte sie erregt,
3
Von zärtlichem Verlangen hingerißen
4
Dein Innerstes zu ungestüm bewegt.

5
Es nahte schon des Abschieds bange Stunde,
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Verschwunden dieser Tage kurzes Glück;
7
Aus unserm, wie im Flug geschloßnen Bunde
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Sahst du auf deinen öden Weg zurück.

9
O daß der Gram zerrütten soll mit Schmerzen
10
Der Wonne Sitz, den lieblich blühnden Leib!
11
Daß irgend wer zerrüttend deinem Herzen
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Mit Haß zu nah getreten, zartes Weib!

13
Laß deine Thräne sanft hinweg mich trinken,
14
Laß mich sie trocknen mit gelindem Hauch!
15
Sieh schon sie hier in meinem Auge blinken:
16
O gieng' in mich dein Leiden über auch!

17
Dem Mann, der seinem Glücke stürmt entgegen,
18
Ziemt auch der Kampf mit feindlichem Verdruß;
19
Doch schonend sollte Ruh des Weibes pflegen,
20
Denn still erwartet sie der Freude Gruß.

21
Willst du mir deinen Schmerz im Kuße reichen?
22
Gern nähm' ich Herbes von so süßem Mund.
23
Der Kummer müßte dem Entzücken weichen,
24
Der Freundin Schmachten würd' in mir gesund.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Wilhelm Schlegel
(17671845)

* 08.09.1767 in Hannover, † 12.05.1845 in Bonn

männlich, geb. Schlegel

deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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