Nur leise

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Wilhelm Busch: Nur leise (1870)

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Sehr häufig traf Studiosus Döppe
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Paulinen auf des Hauses Treppe,
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Wenn sie als Witwe tugendsam
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Des Morgens aus der Stube kam.

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Da sie Besitzerin vom Haus,
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So sprach sich Döppe schließlich aus
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Und bat mit Liebe und Empfindung
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Um eine dauernde Verbindung.

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»herr Döppe«, sprach Pauline kühl,
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»ich ehr und achte Ihr Gefühl,
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Doch dies Gepolter auf der Treppe,
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Fast jede Nacht, ist bös, Herr Döppe!«

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Worauf denn Döppe fest beschwor,
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Die Sache käme nicht mehr vor.

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Dies Schwören sollte wenig nützen.
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Nachts hat er wieder einen sitzen.
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Er kommt nach Haus in später Stund
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Mit Pfeife, Rausch und Pudelhund.

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Behutsam zieht er auf dem Gang
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Die Stiefel aus, die schwer und lang,

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Um auf den Socken, auf den weichen,
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Geräuschlos sich emporzuschleichen.
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Fast ist er schon dem Gipfel nah
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Und denkt, der letzte Tritt ist da.

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Dies denkt er aber ohne Grund.
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Die Pfeife bohrt sich in den Schlund.

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Die alte Treppe knackt und knirrt,
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Die Pfeife löst sich auf und klirrt;

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Erschrecklich tönt der Stiefel Krach,
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Dumpf rumpelt Döppe hinten nach.

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Der Pudel heult und ist verletzt,
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Weil Döppe seinen Schwanz besetzt.
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Pauline kommt mit Kerzenlicht;

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Beschämt verbirgt er sein Gesicht.
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Man hört nichts weiter von Paulinen
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Als: »Döppe, ich verachte Ihnen!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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