Silen

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Wilhelm Busch: Silen (1870)

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Siehe, da sitzet Silen bei der wohlgebildeten Nymphe.
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Gern entleert er den Krug, was er schon öfters getan.

3
Endlich aber jedoch erklimmt er den nützlichen Esel,
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Wenn auch dieses nicht ganz ohne Beschwerde geschah.

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Fast vergißt er den Thyrsus, woran er sein Lebtag gewöhnt ist;
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Käme derselbe ihm weg, wär' es ihm schrecklich fatal. –

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Also reitet er fort und erhebt auf Kunst keinen Anspruch;
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Bald mal sitzet er so, bald auch wieder mal so.

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Horch, wer flötet denn da? Natürlich, Amor der Lausbub;
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Aber der Esel erhebt äußerst bedenklich das Ohr.

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Schlimmer als Flötengetön ist das lautlos wirkende Pustrohr;
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Pustet man hinten, so fliegt vorne was Spitzes heraus.

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Ungern empfindet den Schmerz das redlich dienende Lasttier;
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Aber der Reiter hat auch manche Geschichten nicht gern.

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Leicht erwischt man den Vogel durch List und schlaue Beschleichung;

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Wenn er es aber bemerkt, flieget er meistens davon.

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Mancher erreichet den Zweck durch täuschend geübte Verstellung;
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Scheinbar schlummert der Leib, aber die Seele ist wach.

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Schnupp! Er hat ihn erwischt. Laut kreischt der lästige Vogel,
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Während der handliche Stab tönend die Backe berührt.

21
Übel wird es vermerkt, entrupft man dem Vogel die Feder;
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Erstens scheint sie ihm schön, zweitens gebraucht er sie auch.

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Heimwärts reitet Silen und spielt auf der lieblichen Flöte,
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Freilich verschiedenerlei, aber doch meistens düdellütt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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