Sechstens

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Wilhelm Busch: Sechstens (1870)

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Zu Padua war groß Gedränge
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Der andachtsvollen Christenmenge.
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Man eilt zu Kanzeln und Altären,
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Den frommen Antonio zu hören,
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Der sich alldorten seiner Predigt
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Mit wunderbarer Kraft entledigt.
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Auch tät er oft, vom Geist getrieben,
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Herrliche Zeichen und Wunder verüben.
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Jedoch die Kinder dieser Welt,
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Denen so etwas selten gefällt,
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Murren und munkeln so allerlei
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Von Teufelskünsten und Zauberei
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Und verklagen den frommen Antonius
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Beim guten Bischof Rusticus.

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Der Bischof läßt den Bruder kommen:
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»ich hab' von deiner Kunst vernommen!
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Allein, mein Freund, wie ist der Glaube?«

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Flugs nimmt Antonio seine Haube
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Und hängt sie, wie an einen Pfahl,
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An einen warmen Sonnenstrahl.
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Der Bischof sprach: »Bravo! – Allein!
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Dies kann auch Teufelsblendwerk sein!«
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Nun spielte da im Sand herum
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Ein Findelknabe, taub und stumm,
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Und keiner hatte je erfahren,
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Wer Vater oder Mutter waren. –
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Antonius sprach: »Sag an, mein Kind,
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Wer deine lieben Eltern sind!!«
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O Wunder! Der bis diese Stund'
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Nicht sprechen konnte, sprach jetzund:

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»der Bischof Rusticus, der ist...«
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»pis–s–s–s–s–s–t!!!«

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Sprach der Bischof – »es ist schon recht!!
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Antonius, du bist ein Gottesknecht!!«

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Seit dieser Zeit sah groß und klein
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Antonius mit dem Heilgenschein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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