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Wennschon der Mensch, eh er was wird,
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Zuweilen strauchelt oder irrt,
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Wennschon die Heiligen vor allen
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Mitunter in Versuchung fallen –
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So gilt doch dies Gesetz auf Erden:
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Wer mal so ist, muß auch so werden! –
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Auch unser Toni zeigte früh
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Zum Heilgen mancherlei Genie. –
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Man rechnet meistens zu den Lasten
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Das kirchliche Gebot der Fasten;
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Man fastet, weil man meint, man muß.
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Für Toni aber war's Genuß! –
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Bouillon und Fleisch und Leberkloß,
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Das war ihm alles tutmämschos.
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Dagegen jene milden Sachen,
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Die wir aus Mehl und Zucker machen,
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Wozu man auch wohl Milch und Zimt
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Und gute, sanfte Butter nimmt – –
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Ich will mal sagen: Mandeltorten,
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Dampfnudeln, Krapfen aller Sorten,
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Auch Waffel-, Honig-, Pfannekuchen –
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Dies pflegt' er eifrig aufzusuchen.
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Den Freitag war er gern allein,
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Um sich besonders zu kastein.
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Der Tag war ihm besonders heilig. –
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Früh stund er auf und schlich sich eilig
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Zur Scheune auf die kühle Tenne,
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Denn Piccola, die kluge Henne,
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Legt' hier, versteckt in frisches Heu,
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Behutsam schon ihr Morgenei.
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Er trank es aus. – Hier sehen wir,
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Daß selbst das unvernünft'ge Tier
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Mit sonst gedankenlosen Werken
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Den Frommen fördern muß und stärken.
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Ein Gärtner wohnt ganz nahebei,
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Der, im Besitz der Fischerei,
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Doch immer nur auf Fleisch bedacht,
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Sich aus dem Freitag wenig macht
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Und als ein pflichtvergessner Greis
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Den christlichen Familienkreis
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An diesem Tag beharrlich flieht,
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In dunkle Ketzerkneipen zieht
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Und da, als wär's am Kirchweihfest,
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Sich Wurst und Braten geben läßt. –
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Oh pfui! – – Doch sieh! Der Toni kam,
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Sobald der Fischer Abschied nahm.
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Im traulich stillen Gartenraume
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Pflückt er die Kirsche und die Pflaume,
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Geht dann hinab am Murmelbach
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Und sieht des Fischers Angeln nach,
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So daß er manchen Fisch sodann
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Der guten Mutter bringen kann. –
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Gesegnet sind die Frommen! Ihnen
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Muß jedes Ding zum Besten dienen!
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Doch nicht allein die Fastenzeit
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Fand ihn stets willig und bereit.
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Nein! Auch die vielen Feiertage
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Trug er geduldig ohne Klage:
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So wie die braven, guten Alten
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Pflegt' er die Kirchweih streng zu halten.
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In alle Kirchen, nah und fern,
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Ging er zur Beichte oft und gern
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Und gab der Beichte Zettel willig
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An andre Knaben – aber billig.
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Wenn Messe war, stets war er da;
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Wo Julchen kniete, stand er nah;
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Denn dieses Mädchen, ob es gleich
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Schon älter war und etwas bleich,
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Zog doch durch andachtsvollen Sinn
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Den frommen Knaben zu sich hin.
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So daß er morgens auf dem Pfühle,
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Entfernt vom Schul- und Weltgewühle,
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Bis in den hellen Wintertag,
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Ein stiller Klausner, sinnend lag. –
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Kurzum! Man sah an diesem Knaben
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Schon früh die Keime jener Gaben,
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Die er in gnadenvoller Zeit
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Gepflegt zum Ruhm der Christenheit.