Der Schreihals

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Wilhelm Busch: Der Schreihals (1870)

1
»da, Lina, zieh ihm 's Nachtzeug an,
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Daß ich die Flasche wärmen kann.«

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Die Mutter geht, und eh' sie scheidet,
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Wird Willi schon des Hemds entkleidet.

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Die Wäscherei gefällt ihm nicht,
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Vor allen Dingen im Gesicht.

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Doch schreit er nicht und hält ganz still
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Und läßt sich pudern, wo man will.

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Kaum aber schnüret man ihn ein,
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So fängt er auch schon an zu schrein.

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Habäh! – So tönt sein Wehgeschrei
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Und lockt den Vater selbst herbei.

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»hier, halt ihn eben mal, Papa!
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Ich geh' und rufe die Mama!«

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Der Vater trommelt an den Scheiben,
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Um Willis Trauer zu vertreiben.

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Er läßt ihn in den Spiegel schaun. –
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Der Willi schreit, bis daß er braun.

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»horch, Willi, horch, die Ticktackuhr!«
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Der Willi schreit noch ärger nur.

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»susu, mein Herz! Schlaf ein, schlaf ein!« –
22
Er fängt noch lauter an zu schrein.

23
Mit List zeigt er die Zipfelhauben –
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Umsonst!–der Willi will's nicht glauben.

25
Jetzt macht er einen Butzemann. –
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O weh! – Nun geht's noch schlimmer an.

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Die Mutter öffnet grad die Tür:
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»mein Herz! Was machen sie mit dir?!!«

29
Die Mutter macht ein ernst Gesicht:
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»ja, was ist das? – Auch dieses nicht?!« –

31
Grad kommt die Tante auf Visite
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Und ruft erschreckt: »Du meine Güte!!« –

33
Voll Weisheit öffnet sie den Bund. –
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Da haben wir's! – Das war der Grund! –

35
Und Willi, der von Schmerz befreit,
36
Lacht laut vor lauter Heiterkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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