Der Lohn des Fleißes

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Wilhelm Busch: Der Lohn des Fleißes (1870)

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»komm Nero!« spricht Herr Bartel ernst,
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»es wird jetzt Zeit, daß du was lernst!

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Du willst nicht? – Gut! so hau' ich dich
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Mit einem Stecken fürchterlich.«

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Drauf sitzt der Nero mäuschenstill
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Und hört, was man ihm sagen will.

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»hut ab!« das ist das erste Stück,
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Der Nero macht es mit Geschick.

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Zum zweiten: »Jenen Stecken dort!«
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Nur munter, Nero! such! apport!«

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Und jetzt: »Die Tür auf! – So, so, so!
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Das geht ja schon! Bravissimo!«

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»ach!« denkt der Nero, »ach, wozu
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Läßt mich mein Herr doch nicht in Ruh'?!«

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Da kommt, als sie spazierengingen,
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Der Hundefänger mit der Schlingen.

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»hut ab!« ruft schnell Herr Bartel jetzt,
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Der Hundefänger ist entsetzt.

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Und läßt, dieweil der Schreck so groß,
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Die festgemachte Schlinge los.

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Gleich sitzt der Nero mit der Mütze
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In einer tiefen Wasserpfütze.

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Der böse Mann, gar sehr gewandt,
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Fischt aber Nero an das Land

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Und sperrt ihn in den Gitterkasten
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Und schreit: »Jetzt soll der Schlingel fasten!«

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Doch kaum hat sich der Mann entfernt,
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Zeigt Nero, daß er was gelernt.

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Er macht die Türe auf, und dann
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Läuft er nach Haus, so schnell er kann.

31
Hier kehrt er heim und ist erfreut,
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Das macht allein die Fleißigkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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