Die Strafe der Faulheit

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Wilhelm Busch: Die Strafe der Faulheit (1870)

1
Das Fräulein Ammer kost allhier
2
Mit Schnick, dem allerliebsten Tier.

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Sie füttert ihn, soviel er mag,
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Mit Zuckerbrot den ganzen Tag.

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Und nachts liegt er sogar im Bett,
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Da wird er freilich dick und fett.

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Einstmals, als sie spazierengehen,
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Sieht man den Hundefänger stehen.

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Er lockt den Schnick mit einer Brezen,
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Das Fräulein ruft ihn voll Entsetzen.

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Doch weil er nicht gehorchen kann,
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Fängt ihn gripsgraps der böse Mann.

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Seht, wie er läuft, der Hundehäscher!
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Und trägt im Sack den dicken Näscher.

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Gern lief er fort, der arme Schnick,
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Doch ist er viel zu dumm und dick.

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»den schlacht' ich!« spricht der böse Mann,
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»weil er so fett und gar nichts kann.«

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Das Fräulein naht und jammert laut,
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Es ist zu spat; da liegt die Haut.

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Zwei Gülden zahlt sie in der Stille
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Für Schnickens letzte Außenhülle.

23
Hier steht der ausgestopfte Schnick. –
24
Wer dick und faul, hat selten Glück.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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