Der Türmer steht auf hohem Söller

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Wilhelm Busch: Der Türmer steht auf hohem Söller Titel entspricht 1. Vers(1870)

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Der Türmer steht auf hohem Söller
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Und raucht sein Pfeifchen echten Kneller,
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Wobei der alte Invalid
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Von oben her die Welt besieht.

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Es kommt der Sommer allgemach.
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Die Schwalben fliegen um das Dach,
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Derweil schon manche stillbeglückt
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Im Neste sitzt und fleißig drückt.
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Zugleich tritt aus dem Gotteshaus
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Ein neuvermähltes Paar heraus,
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Das darf sich nun in allen Ehren
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Getreulich lieben und vermehren. –

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Der Sommer kam, und allenthalben
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Schwebt ungezählt das Heer der Schwalben,
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Die, wenn sie flink vorüberflitzen,
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Des Türmers alten Hut beschmitzen.
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Vom Platze unten tönt Juchhei,
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Die Klosterschüler haben frei,
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Sie necken, schrecken, jagen sich,
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Sie schlagen und vertragen sich
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Und grüßen keck mit Hohngelächter
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Des Turmes hochgestellten Wächter. –

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Der Sommer ging, die Schwalben setzen
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Sich auf das Kirchendach und schwätzen.
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Sie warten, bis der Abend da,
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Dann flogen sie nach Afrika.
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Doch unten, wo die Fackeln scheinen,
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Begraben sie mal wieder einen
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Und singen ihm nach frommer Weise
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Ein Lebewohl zur letzten Reise.

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Bedenklich schaut der Türmer drein.
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Still geht er in sein Kämmerlein
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Zu seinem großen Deckelkrug,
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Und als die Glocke zehne schlug,
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Nahm er das Horn mit frischem Mut
36
Und blies ein kräftiges Tuhuht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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