Verlust der Ähnlichkeit

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Wilhelm Busch: Verlust der Ähnlichkeit (1870)

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Man sagt, ein Schnäpschen, insofern
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Es kräftig ist, hat jeder gern.
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Ganz anders denkt das Volk der Bienen.
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Der Süffel ist verhaßt bei ihnen,
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Sein Wohlgeruch tut ihnen weh.
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Sie trinken nichts wie Blütentee,
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Und wenn wer kommt, der Schnäpse trank,
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Gleich ziehen sie den Stachel blank.
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Letzthin hat einem Bienenstöckel
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Der brave alte Schneider Böckel,
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Der nicht mehr nüchtern in der Tat,
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Aus Neubegierde sich genaht.
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Sofort von einem regen Leben
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Sieht Meister Böckel sich umgeben.
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Es dringen giftgetränkte Pfeile
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In seine nackten Körperteile,
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Ja, manche selbst durch die nur lose
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Und leichtgewirkte Sommerhose,
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Besonders, weil sie stramm gespannt.
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Zum Glück ist Böckel kriegsgewandt.
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Er zieht sich kämpfend wie ein Held
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Zurück ins hohe Erbsenfeld.
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Hier hat er Zeit, an vielen Stellen
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Des Leibes merklich anzuschwellen,
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Und als er wiederum erscheint,
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Erkennt ihn kaum sein bester Freund.
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Natürlich, denn bei solchem Streit
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Verliert man seine Ähnlichkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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