Als Kind von angenehmen Zügen

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Wilhelm Busch: Als Kind von angenehmen Zügen Titel entspricht 1. Vers(1870)

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Als Kind von angenehmen Zügen
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War Röschen ein gar lustig Ding.
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Gern zupfte sie das Bein der Fliegen,
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Die sie geschickt mit Spucke fing.

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Sie wuchs, und größere Objekte
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Lockt sie von nun an in ihr Garn,
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Nicht nur die jungen, nein, sie neckte
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Und rupft auch manchen alten Narrn.

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Inzwischen tat in stillem Walten
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Die Zeit getreulich ihre Pflicht.
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Durch wundersame Bügelfalten
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Verziert sie Röschens Angesicht.

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Und locker wurden Röschens Zähne.
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Kein Freier stellte sich mehr ein.
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Und schließlich kriegt sie gar Migräne,
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Und die pflegt dauerhaft zu sein.

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Dies führte sie zum Aberglauben,
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Obwohl sie sonst nicht gläubig schien.
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Sie meinte fest, daß Turteltauben
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Den Schmerz der Menschen an sich ziehn.

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Zwei Stück davon hat sie im Bauer,
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Ein Pärchen, welches zärtlich girrt;
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Jetzt liegt sie täglich auf der Lauer,
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Ob ihnen noch nicht übel wird.

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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