Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand

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Wilhelm Busch: Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand Titel entspricht 1. Vers(1870)

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Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand,
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Die gingen immer Hand in Hand,
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Und selbst in einer Herzensfrage
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Trat ihre Einigkeit zutage.
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Sie liebten beide Nachbars Käthchen,
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Ein blondgelocktes, kleines Mädchen.
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Einst sagte die verschmitzte Dirne:
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Wer holt mir eine Sommerbirne,
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Recht saftig, aber nicht zu klein?
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Hernach soll er der Beste sein.
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Der Fritz nahm seinen Freund beiseit
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Und sprach: Das machen wir zu zweit;
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Da drüben wohnt der alte Schramm,
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Der hat den schönsten Birnenstamm;
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Du steigst hinauf und schüttelst sacht,
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Ich lese auf und gebe acht.
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Gesagt, getan. Sie sind am Ziel.
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Schon als die erste Birne fiel,
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Macht Fritz damit sich aus dem Staube,
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Denn eben schlich aus dunkler Laube,
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In fester Faust ein spanisch Rohr,
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Der aufmerksame Schramm hervor.
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Auch Ferdinand sah ihn beizeiten
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Und tät am Stamm heruntergleiten
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In Ängstlichkeit und großer Hast,
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Doch eh er unten Fuß gefaßt,
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Begrüßt ihn Schramm bereits mit Streichen,
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Als wollt er einen Stein erweichen.
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Der Ferdinand, voll Schmerz und Hitze,
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Entfloh und suchte seinen Fritze.
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Wie angewurzelt blieb er stehn.
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Ach, hätt' er es doch nie gesehn:
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Die Käthe hat den Fritz geküßt,
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Worauf sie eine Birne ißt.
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Seit dies geschah, ist Ferdinand
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Mit Fritz nicht mehr so gut bekannt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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