[ich weiß ein Märchen hübsch und tief]

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Wilhelm Busch: [ich weiß ein Märchen hübsch und tief] (1870)

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Ich weiß ein Märchen hübsch und tief.
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Ein Hirtenknabe lag und schlief.
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Da sprang heraus aus seinem Mund
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Ein Mäuslein auf den Heidegrund.
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Das weiße Mäuslein lief sogleich
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Nach einem Pferdeschädel bleich,
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Der da schon manchen lieben Tag
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In Sonnenschein und Regen lag.
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Husch! ist das kleine Mäuslein drin,
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Läuft hin und her und her und hin,
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Besieht sich all die leeren Fächer,
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Schaut listig durch die Augenlöcher
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Und raschelt so die Kreuz und Quer
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Im alten Pferdekopf umher. –

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Auf einmal kommt 'ne alte Kuh,
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Stellt sich da hin und macht Hamuh!
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Das Mäuslein, welches sehr erschreckt,
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Daß da auf einmal wer so blökt,
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Springt, hutschi, übern Heidegrund
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Und wieder in des Knaben Mund. –

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Der Knab erwacht und seufzte: Oh,
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Wie war ich doch im Traum so froh!
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Ich ging in einen Wald hinaus,
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Da kam ich vor ein hohes Haus,
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Das war ein Schloß von Marmelstein.
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Ich ging in dieses Schloß hinein.
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Im Schloß sah ich ein Mädchen stehn,
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Das war Prinzessin Wunderschön.
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Sie lächelt freundlich und bekannt,
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Sie reicht mir ihre weiße Hand,
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Sie spricht: »Schau her, ich habe Geld,
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Und mir gehört die halbe Welt.;
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Ich liebe dich nur ganz allein,
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Du sollst mein Herr und König sein.«
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Und wie ich fall in ihren Schoß,
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Ratuh! kommt ein Trompetenstoß.
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Und weg ist Liebchen, Schloß und alles
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Infolge des Trompetenschalles.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Busch
(18321908)

* 15.04.1832 in Wiedensahl, † 09.01.1908 in Mechtshausen

männlich, geb. Busch

deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten (1832-1908)

(Aus: Wikidata.org)

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