Fünftes Lied

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Wilhelm Waiblinger: Fünftes Lied (1817)

1
Wie aus heiterstem Grün, o erhabenste Tempel Girgentis,
2
Wie vom Himmel umglänzt steigt ihr der Nachwelt empor!
3
Zwar in Trümmer schlug euch die Zeit; wohin ich mich wende,
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Zu des olympischen Zeus altem, titanischen Haus,
5
Sei's zum furchtbaren Schutt des Herakles, sei's zu dem Hügel,
6
Wo vom Frühling umblüht, Juno Lucina, du einst,
7
Oder die Eintracht dort in dorischer Schöne gewohnet,
8
Sei's wo der Tempel Vulkans über der blumigen Kluft
9
Von Limonen umduftet, umlacht von Indiens Feigen,
10
Kaum den Blick mir zum Strand, kaum bis zum Meere gewährt.
11
Euch umglühet Natur, und selbst aus dem Grab in der Mauer
12
Strebt der blühende Baum mächtiger Aloe noch.
13
Jüngst so irrt' ich im Grün, mir lachten goldene Früchte,
14
Hier entsprang der Granat, dort die Orange dem Laub.
15
Eine Nachtigall schlug und die Tempel entragten den Hainen,
16
Da erfüllete mir Wehmuth das einsame Herz,
17
Unaussprechliche fast. So oft ins zerfallene Leben,
18
Oft in die Trümmer des Glücks, oft in der Liebe Verlust
19
Klagt ein süßer, ein seliger Laut mit der Nachtigall Stimme,
20
Und das Schöne vielleicht wohnet am liebsten im Schmerz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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