13.

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Wilhelm Waiblinger: 13. (1817)

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In solcher Einsamkeit, wer sollt' es meinen,
2
Daß mir zuweilen auch der heitre Eros,
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Und alle Grazien lächelnd mir erscheinen.

4
Jüngst fuhr ich von Parthenope herüber,
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Und sieh im engen schweren Capriboote
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Saß eine schöne Frau mir gegenüber.

7
Zwar sah ich meist hinab in Fluth und Wogen,
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Doch läugn' ich nicht, daß manchmal meine Augen
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Geheime Lust aus ihren Blicken sogen.

10
Und mußt' ich mich vom Sonnenglanze wenden,
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Wenn's Meer ihn wiederstrahlt, begann auch wieder
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Ihr holdes Aetherauge mich zu blenden.

13
Und nicht so schön erhoben sich die Wellen,
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Und sanken, als ich ihren jungen Busen,
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Das dünne Kleid sah auf und nieder schwellen.

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Wir sprachen viel, doch eben nur vom Winde,
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Wir sahn die Fische hüpfen übers Wasser,
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Ich lachte wohl auch mit dem hübschen Kinde.

19
Es kam die Nacht, und sie verschwand im Dunkel,
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Wir freuten uns mit jedem Ruderschlage
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Jetzt an des Meeres strahlendem Gefunkel.

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Da breitete die schwarzen jähen Wände
23
Das Felseneiland um uns aus, – wir sahen
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Des Strandes Lichter, unsres Weges Ende.

25
Schon hörte sie des frohen Vaters Rufen,
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Der alte Fischer schließt sie in die Arme,
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Nun gute Nacht! Und meine Felsenstufen

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Wandr' ich empor mit ungetrübtem Sinne:
29
Zwar es verliert, wer Kraft hat zu entsagen,
30
Doch leicht ist der Verlust vor dem Gewinne.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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