12.

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Wilhelm Waiblinger: 12. (1817)

1
Wenn eures Neids und eurer niedern Ränke,
2
Scheelsücht'ge häm'sche vaterländ'sche Feinde,
3
Zuweilen ich in meinem Lied gedenke,

4
So scheint's, daß euer Haß auch mich verbittre,
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Daß jener Sümpfe Dunst, worin ihr röchelt,
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Selbst meine reine Inselluft durchwittre.

7
Doch ist's nicht so: ich muß die Zeit verfluchen,
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Da ich gelernt, des Lebens Geist und Würde
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In Freiheit ohne Schrank' und Maaß zu suchen,

10
Und jene nun den Furien heil'ge Kette
11
Von Lieb' und Irrthum, Haß, Vertrau'n und Frevel,
12
Die ich einst trug an deiner Richterstätte,

13
Befleckte Unschuld, oft mit ihrem Kummer,
14
Mit ihrem Fluch und euern Namen kehret
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Sie wie ein Traum zurück in wildem Schlummer.

16
Ich kämpfe mit den häßlich finstern Bildern,
17
Ich zürn' und straf', und meines Liedes Weise
18
Beginnt sogleich auch wieder zu verwildern.

19
Doch ich erwach', es fliehen die Gespenster,
20
In einer reinen Welt seh' ich mich wieder,
21
Der holde Tag lacht schon durchs Blumenfenster:

22
Die frischen Lüfte fühl' ich um mich wehen,
23
Es glänzt das Meer, und in verjüngter Schöne
24
Seh' ich den bessern Geist mir schon erstehen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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