Ich hab' es hundertmal erfahren

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Wilhelm Waiblinger: Ich hab' es hundertmal erfahren Titel entspricht 1. Vers(1817)

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Ich hab' es hundertmal erfahren,
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Daß mir die reinsten Herzensfreuden
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Ein blut'ger Quell von Schmerzen waren.

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Mit Herz und Leib, mit Geist und Sinnen,
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Als Schönheit und Genuß versuchte
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Den Blick mir Liebe zu umspinnen,

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Als höchste Kraft und Gluth im Leben,
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Als Drang nach That und Ruhm und Ehre
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Die Freundschaft meinen Muth zu heben.

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Ich schlang mit glühendem Vertrauen
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Den Arm um manchen schönen Nacken,
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Sah manches Aug' in Thränen thauen.

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Mit mir zu streben und zu handeln
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Schwur manches Heldenherz, und manches
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Den rauhen Pfad des Ruhms zu wandeln.

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Doch weil ich hier auf unsrer Erden
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Kein Heil'ger bin und kein Apostel
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Und erst im Himmel möcht' es werden,

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So war es leicht mich zu bethören,
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Denn aus dem Kelch, den sie mir reichten,
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Konnt' ich den Satan nicht beschwören.

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So schlürft' ich denn, ein trunk'ner Zecher,
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Von Freund und Mädchen süß umlispelt,
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Der Hölle Gift aus vollem Becher.

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Drum muß ich jetzt alleine bleiben,
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Und ohne Freund, und ohne Liebchen
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Im öden Strom des Lebens treiben.

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Und siehst du einst noch halb erschlossen
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Aus gift'gem Boden manches Veilchen
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In meines Lorbeers Schatten sprossen,

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So sei dir eben nicht verhehlet,
32
Daß jenen Blumen ihre Seele,
33
Der schöne Duft, der Glaube fehlet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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