8.

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Wilhelm Waiblinger: 8. (1817)

1
Dem Fischer, der das Netz den falschen Wellen
2
So manches Jahr geduldig anvertrauet,
3
Mag ich mich gern am Strande zugesellen.

4
Fast ist er nackt: vom heißen Sonnenscheine
5
Gedunkelt und verbrannt ist Kopf und Nacken,
6
Und Brust und Schulter, sind auch Arm' und Beine.

7
Sein einz'ger Schmuck ist eine Wollenmütze,
8
Beglückt ist er vielleicht in eines Kahnes,
9
In einer Hütte sparsamem Besitze.

10
Ein Mädchen ist die Sehnsucht seiner Jugend,
11
Und ihm getraut, so bringt's ihm frische Kinder,
12
Und übt bewußtlos eine strenge Tugend.

13
Die Kleinen lernen bald die Kunst der Alten.
14
Das Netz zu ziehn, das Ruder keck zu führen,
15
Den Dienst des Boots ausdauernd zu verwalten.

16
Oft sah ich's, daß mit liebevollem Bangen
17
Am Strand sie Mutter oder Weib erwartet,
18
Und offnen Arms die Kehrenden empfangen.

19
Friedfertig, nur im Kampf oft mit dem Meere,
20
Betreiben sie das Urgeschäft der Väter,
21
Ein volles Netz giebt ihnen Ruhm und Ehre.

22
Welch Bild der Menschheit! Mit vermeßnem Willen
23
Wagt ins Unendliche hinein sich Jeder,
24
Das tägliche Bedürfniß nur zu stillen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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