7.

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Wilhelm Waiblinger: 7. (1817)

1
Zwar keinen Freund, der gleich geliebt den Musen,
2
Begeisterung entzündend und empfangend,
3
Im schönen Taumel sänk' an diesen Busen,

4
Kein Mädchen hab' ich, das am Arm mir gienge,
5
Wenn mich der Gott beseelt, schon auf der Lippe
6
Das heiße Lied mit einem Kuß empfienge.

7
Kaum blieb mir die Erinn'rung noch an beides,
8
Doch, ach, es ist nicht der vergangnen Freuden,
9
Nur die Erinnerung vergangnen Leides.

10
Mein Umgang, meine Freunde sind die alten
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Entblößten Felsen, der umrauschten Klippen
12
Schwermüthige gigantische Gestalten.

13
Denn wie die Insel fern vom festen Lande
14
Verlassen ruht, so knüpfen mich ans Leben
15
Nicht mehr beglückende beglückte Bande.

16
Wohl bin ich einsam, bin ich abgeschlossen,
17
Mein einzig Gut ist, meine einz'ge Habe,
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Was ich gelitten, was ich einst genossen.

19
Dem Meere gleich, seh' ich im Wellenzuge
20
Der Menschheit Wechselstrom vorüber treiben,
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Ich folge nicht mehr seinem falschen Truge.

22
Doch wie der Fels nicht mehr im Spiel der Wogen
23
Und Winde sich vergnügt, die seine Pfeiler
24
In ew'ger Wiederholung stets umzogen;

25
Wie hier der Aloe stolz Gewächs erblühet,
26
Dort Indiens Feige, Palmen und Oliven,
27
Hier saft'gem Laubgrün die Orang' entglühet:

28
So ist nicht unfruchtbar mein stilles Leben,
29
In Fülle reifen goldne duft'ge Früchte,
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Im Sonnenschein die Edelste der Reben.

31
Wird sie zuletzt der schöne Gott bemeistern,
32
So wird sie euch, zu reinem Wein verwandelt,
33
Als feuriger Gesang das Herz begeistern.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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