4.

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Wilhelm Waiblinger: 4. (1817)

1
Ich habe dich geliebt,
2
Und Treue bis zum Grabe dir geschworen,
3
Und doch hab' ich dein Herz so schwer betrübt.

4
So oft vergaß ich dein,
5
Denn andre Länder bringen andre Freuden,
6
Doch immer bliebst du in der Ferne mein.

7
Dein hab' ich mich genannt,
8
Mich dir geweiht zu ewigen Gefühlen,
9
Und dennoch hast du mich so tief verkannt.

10
Du kennst mein falsches Herz,
11
Und doch hab' ich dich nie, o süße Seele,
12
So wahr geliebt, als in der Trennung Schmerz.

13
Zu leben ohne dich,
14
Ich schwur und glaubte, daß ich's nicht vermöchte,
15
Und dennoch leb' ich, lebst du ohne mich.

16
Blüht mir auch andres Glück,
17
Hab' ich auch längst mein schwankend Herz vergeben,
18
So weint es doch, kehrt ihm dein Bild zurück.

19
Auf heitres Wiedersehn
20
War unser schluchzend Wort beim letzten Kusse,
21
Und dennoch wird und mag es nie geschehn.

22
Du littest lang und schwer,
23
Doch daß die Zeit mein schmerzlich Angedenken
24
Nicht längst vertilgt, wer gäbe mir Gewähr?

25
Drum däuchte mir denn fast,
26
Solch' eine Lieb, solch' ein Wechselglühen
27
War uns im Frühling eine Blumenlast.

28
Nun da sie abgeblüht,
29
So kränzen wir das Haupt mit frischen Rosen,
30
Und bleiben glücklich, auch wann sie verglüht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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