1.

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Wilhelm Waiblinger: 1. (1817)

1
Dem Horizonte nähert sich die Sonne.
2
Versinke sie im Meer, in goldnen Bergen,
3
Ich fühle stets die reinste Herzenswonne.

4
Doch welche Lust, wie alle Lüfte schweigen,
5
Und die Natur zur Ruhe sich bereitet,
6
Den jähen Pfad zum Fels hinanzusteigen,

7
Wenn schon im West, gleich einem Purpurquelle,
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Die Sonne glühet, und in lautern Flammen
9
Auf Meer und Land verströmet Glanz und Helle.

10
Dann scheint des Himmels Schooß sich zu erschließen,
11
Und auf der Inseln schimmerndes Gebirge
12
Ein goldner Regen sanft herabzufließen;

13
Dann scheint, geblendet von des Lichtes Sprühen,
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Enaria dem Bad der warmen Fluthen
15
Mit reinem Schwanenleibe zu entglühen;

16
Sie scheint verschämt, in kindischen Gefühlen,
17
Den vollen Busen überm Meer, mit Rosen
18
Und mit Violen anmuthsvoll zu spielen.

19
Ein Augenblick, und jene göttergleichen,
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Von Licht beträuften Wangen, Berg und Insel,
21
Und Meer und Himmel siehst du schon erbleichen.

22
So gleich dem holden Wunderspiel der Sonne
23
Verharrt nur kurz in ungetrübter Schöne
24
Und schwindet bald des Lebens höchste Wonne.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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