5. Stanzen

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Wilhelm Waiblinger: 5. Stanzen (1817)

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Nenn' ich euch wohl den Tempel der Kunst? So erscheint die Geschichte:
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Meinen Tempel hab' ich, spricht sie, hierin mir erbaut.
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Aber die Philosophie eröffnet die Schule der Weisheit,
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Zeigt mit erhabenem Stolz ihre Gewaltigen vor.
5
Zeig' ich Apoll' euch nicht und die Musen im Chore der Dichter,
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Spricht die Dichtkunst, ist nicht mein hier der größte Triumph?
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Nein, antwortet die Religion, mein tiefstes Geheimniß
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Und mein Heiligthum ist hier euch vors Auge gestellt.
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Oeffn' ich den Himmel euch nicht, und zeig' euch den Vater im Glanze
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Seines Thrones, den Sohn nicht und den heiligen Geist?
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Unser ist dieser Raum, will die Kirche, was hier wir und drüben
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Lösen und binden, du siehst's, hier ist mein mächtigstes Reich.
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Da ertönt's von Stimmen, es naht die Menschheit, ich habe
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Mein lebendigstes euch, meinen Charakter, enthüllt.
15
Nehmt denn alle Besitz, für all' ist Platz in dem Tempel;
16
Mir gehört nur der Schmerz seiner Vergänglichkeit an.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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