Der Thurm des Nero

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Wilhelm Waiblinger: Der Thurm des Nero (1817)

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Gerne, wenn der Abend aus Schattenthälern
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Aus dem Felde steigt, das des Capitoles
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Majestät und finster des Kaiserhügels
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Trümmer umragen,

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Gerne dann im einsamen Hause sitz' ich
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So das müde Haupt mit dem Arme stützend,
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Wie es oft die Trauernden thun, die Freunde
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Ernster Gedanken.

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Und hinüber blick' ich, wo alter Sag' ein
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Schaurig Denkmal, mitten in grauer Kirchen
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Frommen Kreis der Thurm des Tyrannen noch zum
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Himmel emporstarrt;

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Schon entschwand die goldene Sonn', es dunkelt
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Abendblau in düsterem Duft um Berg und
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Thurm und Kirch' und schwarzen Ruin, die Erde
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Dunkelt, die Nacht kommt.

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Flammen aber röthen die Lüfte noch, und über'm
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Weiten graunerweckenden Bilde Roma's
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Glüht in langen purpurnen Strömen noch ein
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Blendendes Feuer.

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Da nun mein' ich, hoch auf dem Schattenthurme
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Sitze der Tyrann mit der Laut', und sänge
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Troja's Schicksallied, und der Himmel sprühe
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Nur, weil der Erde

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Königin entbrannt. Da erschallt der Abend-
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Glocken tausendstimmig Geläut: als ob des
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Kaisers furchtbar Lied in die Flammen tönte,
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Dünkt mir dann oftmals;

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Und allmählich schweigt es in Todtenstille,
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Selbst die Gluth des Himmels erbleicht, die Nebel
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Rauchen aus den Thälern, die Nacht deckt Rom, es
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Schlummert im Grabe.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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