Lied der Liebe in die Heimath

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Wilhelm Waiblinger: Lied der Liebe in die Heimath (1817)

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Ach warum in dieser Ferne,
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Süßes Herz, so weit von dir?
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Alle Sonnen, alle Sterne,
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Oeffnen ihre Augen mir,
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Nur die schönsten blauen Strahlen,
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Nur das reinste tiefste Licht,
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Drin sich Erd' und Himmel malen,
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Nur dein treues Auge nicht.

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Ja, ich seh' in wilden Lauben,
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Ueber Bergen, über Seen,
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Kind voll Unschuld und voll Glauben,
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Dich in frommer Stille gehn.

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Um die bleichen feuchten Wangen
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Spielt die frische Abendluft,
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Und es steigt dein zart Verlangen
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Himmelwärts wie Blumenduft.

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Thrän' an Thräne seh' ich rinnen
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Tief aus deines Auges Nacht,
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Und mit glühend heißen Sinnen
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Hängst du an der Sterne Pracht –
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O mein Kind, in jenen Räumen
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Suchst du den Geliebten schon,
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Und so früh den schönen Träumen
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Spräche das Verhängniß Hohn?

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Nein, dem liebenden Gemüthe
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Sind sie schmerzlich sanfter Trost!
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Nach dem Winter kommt die Blüthe,
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Die ein neuer West umkost.
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Bei den heimathlichen Auen,
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Bei der Burgruine Bild,
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Da, wo Aug' und Blumen thanen,
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Mädchen, sei dein Weh gestillt.

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Was du weinend mir gegeben,
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All dein himmlisch Heiligthum,
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War ein Kuß fürs Erdenleben,
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War es für Elysium.
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Mein ist dein verschämtes Zagen,
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Mein die jungfräuliche Scheu,
39
Konntest du so muthig wagen,
40
Liebes Herz, so bleibe treu!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Waiblinger
(18041830)

* 21.11.1804 in Heilbronn, † 17.01.1830 in Rom

männlich, geb. Waiblinger

| Lungenentzündung

deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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