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Doch nicht immer der Berge melanchol'sche
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Wälderschauer, der Felsschlucht altes Dunkel,
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Wo des Räubers Auge dem Wandrer lauert,
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Und der fliegende Dolch so manchen Busen
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Von den Qualen des Lebens schon befreiet,
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Doch nicht immer des Bergstroms ödes Brausen
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Und des Sturmes Gespielen, jene Wipfel
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Uralt rauschender Bäum' und jene Pfade,
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Die nur selten das Maulthier keuchend wandelt,
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Wären meine Gesellschaft. Menschen suchen
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Gerne Menschen. Erhab'ne Geister freilich,
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Schöpferische, die Herrscherthrone stützen,
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Völkern, oder den Sternen, des Gedankens
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Unergründlichem Werk, ja selbst dem Gotte
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Den er denkt, des Gesetzes Ordnung geben,
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Die das All und was in ihm ist, bis zu der
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Pflanze treibendem Keim, die weite Schöpfung,
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Die lebend'ge, mit ihrem Geist, mit Anfang
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Selbst und Ende, die Alles, was im Raume,
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Alles, was in der Zeit geschieht und lebet,
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Zaubrern ähnlich, in Zahl und Chiffern bannen,
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Geister auch, die des Bildes ew'ge Schönheit
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Aus dem Marmor mit Schöpferfreiheit rufen,
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Als ob längst sie vollendet in der rohen
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Ird'schen Masse geschlummert, und nun herrlich,
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Wie die Seele dem Körper, ihr entstiegen,
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Ferne wären sie mir. Doch wie die Sonne,
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Der unendliche Lichtquell, alles Lebens
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Heitre Mutter, die Schatten auch erzeuget,
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Folgt dem Genius auch des Schwarzen, Dunkeln,
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Allzuviel, und der karge Neid, die grimme
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Eifersucht und der Bosheit Schlangentäuschung,
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Alle Martern und Leiden einer kühnen
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Ruhmbegierigen thatenlust'gen Seele,
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Nie mehr träfen sie mich; treulose Herzen
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Und eidbrüchige Freunde würfen nie mehr
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Tödtlich Gift in die Quelle, die kastal'sche,
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Wo ich schöpf' und den ernsten Musen opfre;
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Haß und Kleinmuth bekränzte mir den Altar,
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Wo die Flamm' ich entzünde, nicht mit Dornen,
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Statt mit Rosen und süßer Myrt' und Lorbeer;
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Vor dem Grauen der schicksalsheil'gen Furien
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Furchtsam zitternd, verbärg' ihr süßes Antlitz
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Mir die fliehende, scheue Grazie nicht mehr;
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Lieblich wäre mein Lied alsdann und lauter
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Wie italischer Aether; meines Lebens
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Milde sinkende Sonne göss' in diesen
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Sanften Himmel des Liedes ihres Abends
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Schönstes, glühendstes Gold; besänftigt ruhte
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Nun im friedlichen Glanze meiner Leiden
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Endlos Meer, die beschwornen Stürme schwiegen,
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Und in Blüten des neuen Frühlings sänge
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Nun die Nachtigall. Wenn die Nacht sich nahte,
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Stiegen nicht die Gespenster mehr der Todten
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Leichenbleich aus den Gräbern; still erschiene
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Mir die Sonne der Schlafenden, der Träume
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Zücht'ge Göttin; die Stätte, wo sie ruhen,
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Die Geliebten, umduftet' eine Klarheit,
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Wie von jenseits zur Erde niederdämmernd.
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Mein Begleiter, mein Freund und Umgang aber
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Wäre doch nur Homer; denn wie ich ferne
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Von der Mitwelt und ihrem Wuste lebte,
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Möcht' ich auch nur der Kinder und der Helden,
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Nur der Weisen und Götter Sprache hören!
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Einsam wäre ja dann und schlicht und kräftig
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Auch mein Leben, so wie mein Lied; am Quelle
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Treuer heil'ger Natur säß' ich, in ihrer
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Unerschöpflichen Flut mich täglich badend,
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Jeden Flecken vertilgend, und in immer
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Voll'rer schön'rer Gesundheit wachsend, säh' ich
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Zur unsterblichen Jugend schon mich reifen;
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Ruhig kehrt' ich in Platon's Arme wieder,
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Ein Enttäuschter, zurück, der ich die Wahrheit
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Irrend außer mir sucht', und, wie sie schweigend
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Mir im Busen gewohnt so lang' nicht wußte.
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Freudeschauernd begrüßt' ich Diotima's
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Seherlehre zum erstenmale wieder,
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Von den Schmerzen der Wanderung genesen,
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Von der Liebe der Körper und der Seelen,
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Von der Sehnsucht der unvollkomm'nen Schönheit.
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Die zum Menschen uns lockt, zum ersten Anschau'n
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Allvollendeter, geist'ger, ew'ger Schönheit,
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Die in Gott ist, die reine Seele wendend.