An den Ufern des Mains

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Friedrich Schlegel: An den Ufern des Mains (1800)

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Hier, wo um weinbekränzte Hügel
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Der Strom sich schlingt,
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Sanft gleitend, wie des Schwanes Flügel,
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Erfrischend durch die Wiesen dringt,
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Des Schiffleins stille Bahn gezogen
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Auf schlangengleich gewundnen Wogen
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Sich um die Berge schwingt;

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Hier, wo im fruchtbegabten Tale
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Der Rebe Kraft,
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Genährt vom starken Sonnenstrahle,
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So goldnen Weines Trank erschafft,
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Der einst die Enkel noch erheitert,
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Zu Liedern ihre Brust erweitert,
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Den Mut der Sorg' entrafft;

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Wo froh gesinnt die deutschen Franken,
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Voll Kraft und Lust,
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Am schwachen Trübsinn nie erkranken,
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Fröhlich des freien Muts bewußt;
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Wie einz'le Blumen auf den Fluren,
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Zeigend der alten Sitte Spuren,
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Der alten Deutschen Lust;

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Hier rührten mutig linde Lieder
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Mir an das Herz,
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Die alten Ströme brachen wieder
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Hervor, und es verschwand der Schmerz.
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Was sanft im Lied ergossen weinet,
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Starrt schweigend innen sonst versteinet,
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Wie kaltes grauses Erz.

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Doch, gleitend auf des Liedes Wellen,
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Wird alles mild.
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Oft spiegelt sich in diesen Quellen
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Die Sonne und der Sterne Bild;
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Fort wie des Lebens Schiff gezogen
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Ist auch des Unglücks Sturm entflogen,
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Und keine Zeit mehr wild.

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Wohl muß ein ew'ger Frühling grünen
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Dem sel'gen Mann,
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Der seines Herzens nur erkühnen
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Und sich den Freund verbünden kann.
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Euch Wellen grüß' ich drum des Maines,
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Gar oft gedenkend des Vereines,
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Der schöner dort begann.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schlegel
(17721829)

* 10.03.1772 in Hannover, † 11.01.1829 in Dresden

männlich, geb. Q42865417

| Schlaganfall

deutscher Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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