Wem soll unser Herz denn huld'gen

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Friedrich Schlegel: Wem soll unser Herz denn huld'gen Titel entspricht 1. Vers(1800)

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Wem soll unser Herz denn huld'gen,
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Wer errettet uns die Welt?
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Schon vergehn die Sündenschuld'gen,
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Aber wann erscheint der Held?
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Hoffnung zeigt sich schon von weitem,
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Wenn der Glaube nur nicht sinkt;
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Laßt den Schwur uns ihm bereiten,
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Der die Feinde einst bezwingt.

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Einmal wird das Glück sich wenden,
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Schnelle wankt des Bösen Macht,
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Einmal muß der Greuel enden,
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Und nicht immer bleibt es Nacht.
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Unsrer Ahnen alte Kunde
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Ist es, was mir Hoffnung gibt;
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Wann, belehrt in treuem Bunde,
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Man das Alte wieder liebt.

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Schmählich, zu der Römer Tagen,
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Sank die schöne Freiheit hin;
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Deutschland mußte Fesseln tragen,
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Doch es blieb der mut'ge Sinn.
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Aus des Vaterlandes Wäldern
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Drang der Helden Schar hervor,
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Wo wir wandeln, auf den Feldern,
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War des Ruhmes höchster Flor.

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Als durch Bürgerkrieg im Reiche
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Dieses edle Volk zerfällt,
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Unter eignem, grimm'gem Streiche
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Sich zerstört die deutsche Welt;
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Ja auch da noch blüht die Ehre,
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Und es geht vom Kaiserhaus,
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Wie die Zwietracht sich vermehre,
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Mancher hohe Retter aus.

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Rudolf, dessen feste Tugend
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Lenkt die Welt zum Recht zurück;
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Jener Ritter, dessen Jugend
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Reich umgürtete das Glück;
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Doch vor allen unerschüttert
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Ferdinandes hoher Mut,
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In dem wildsten Kriegsgewitter
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Alten Glaubens Schirm und Hut.

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Jetzt noch leben Heldensprossen
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Von dem heiligen Geschlecht,
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Das, so oft auch Blut geflossen,
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Wiederbrachte Fried' und Recht.
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Drum, bis zu den letzten Tagen,
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Wachse dieses Adlers Kraft!
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Alles laßt für die uns wagen,
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Die bis jetzt uns Heil geschafft.

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Auch noch andre Stämme grünen
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Von des alten Ruhmes Wald;
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Fürsten sind die Frei' und Kühnen
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Edel ist des Muts Gewalt.
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Wer uns rettet von dem Feinde,
54
Wann die Schulden all' gebüßt,
55
Wer die lang Getrennten einte,
56
Sei als König uns begrüßt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schlegel
(17721829)

* 10.03.1772 in Hannover, † 11.01.1829 in Dresden

männlich, geb. Q42865417

| Schlaganfall

deutscher Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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