Auf dem Feldberge

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Friedrich Schlegel: Auf dem Feldberge (1800)

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Wie still ist es hier oben,
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Wo kein Gebüsch mehr blüht,
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Über die Berg' erhoben,
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Wo nie der Sommer glüht;
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Wo selbst der Schall verklungen,
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Kein Vogel je gesungen
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Sein froh gesellig Lied.

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Zum Teppich Moos gebreitet,
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Auf wüstem Heidefeld
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Die Felsen weich umkleidet;
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Wohin das Auge fällt,
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Von Berg, Tal, Schloß und Wäldern,
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Städtebesäten Feldern,
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Ein' unermeßne Welt.

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Den Wanderern zusammen
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Lodern einsame Flammen
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Am Felsenbette auf;
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Öde den Pfad herauf,
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Ein schaurig Tal zur Seite,
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In nebelferner Weite
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Schimmernd der Ströme Lauf.

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Und wie ich nun betrachte,
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Was mir das Herz erfreut,
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All sorgsam das beachte,
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Da wird es klar so weit;
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Ich sehe sich entfalten
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Vor meinem Blick die alten
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Kunden der grauen Zeit.

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Nach Kriegerweise handeln,
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German'scher Männer Schar,
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Seh ich sie da und wandeln;
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Wo einst ihr Lager war,
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Auf jenes Berges Höhen,
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Dünkt mich sie noch zu sehen,
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Den König auch fürwahr.

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Aus diesen selben Zeiten,
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Scheinend im Nebelrauch,
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Sind wohl, die dort sich breiten,
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Die Hünengräber auch;
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Sich wehrend der Gewalten,
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Lebten da frei im Walde
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Sie treu dem alten Brauch.

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Dann durch die Schranken dringen,
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Im hohen Siegerglück,
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Die Helden vor und bringen
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Freiheit der Welt zurück.
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Es strömt die Flut der Schmerzen
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Mir fragend hin zum Herzen;
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Wer bringt sie uns zurück?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schlegel
(17721829)

* 10.03.1772 in Hannover, † 11.01.1829 in Dresden

männlich, geb. Q42865417

| Schlaganfall

deutscher Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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