An Siderie

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Friedrich Schlegel: An Siderie (1800)

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O könnte Trost vom Himmel scheinen,
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Und Hoffnung in dein sanftes Herz!
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Dein Leid, ich macht' es gern zum meinen,
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Mitklagen wollt' ich, mit dir weinen
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Und gäbe ganz mich hin dem Schmerz.

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Als Tränen in dein Auge drangen,
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Da rührt' es tief mir an die Brust,
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Wie wir von Trauer all' umfangen,
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Am Licht der Liebe einzig hangen,
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In Sehnsucht, Schmerz und dunkler Lust.

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Was mich bedrängt, das ruht verschlossen,
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So wie in dunkler Grabeskluft;
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Dein Anblick hat den Fels erschlossen,
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Daß mild in Tränen hingeflossen
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Der Gram aus seiner alten Gruft.

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Dein Anblick, Huldin! hat aufs neue
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Mir innen das Gemüt bewegt,
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Blume der Demut und der Treue!
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Daß ich der Erde gern mich freue,
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Wenn sie noch solche Lilien trägt.

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Wie wir am Abend aufwärts schauen,
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Nicht wild in stürmischer Begier,
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Mit sanfter Wehmut zu den blauen
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In Licht geschmückten Sternenauen,
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So schau ich, süße Magd, zu dir.

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Ich sehe dich mit leisem Beben,
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Obschon mich keine Furcht bewegt;
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Rein bist du, frei, dem Gott ergeben,
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Der, wie Gefahren dich umschweben,
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Liebend die Arme um dich schlägt.

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Der deutschen Frauen Zier und Blume
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Seh ich in deinem Bild erneut,
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Die einst zu schönrer Zeiten Ruhme,
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In frommer Minne Heiligtume,
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Geweihter Helden Aug' erfreut.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schlegel
(17721829)

* 10.03.1772 in Hannover, † 11.01.1829 in Dresden

männlich, geb. Q42865417

| Schlaganfall

deutscher Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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