An Ludwig Tieck

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Friedrich Schlegel: An Ludwig Tieck (1800)

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Wohl mancher hofft', im neuen Licht zu leben,
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Es muß die trübe Nacht ja endlich schweigen;
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Und hätte, sich dem Morgenrot zu neigen,
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Sein Liebstes freudig opfernd hingegeben.

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Der wollt' uns kühn zur alten Kunst erheben,
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Gebildet der des Lebens Massen zeigen,
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Dir schien des Witzes buntes Füllhorn eigen;
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Doch blieb das Beste nur ein liebend Streben.

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Da nahte Genovev' in frommer Schöne;
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Wer fühlt nicht, daß die Poesie gekommen,
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Nun kindlich wieder blüht in holder Klarheit?

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Sei Freund, im Kranz der Liebe mir willkommen!
13
Es leiten dich des Glaubens süße Töne;
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Und tief und tiefer keimt im Herzen Wahrheit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schlegel
(17721829)

* 10.03.1772 in Hannover, † 11.01.1829 in Dresden

männlich, geb. Q42865417

| Schlaganfall

deutscher Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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