Parodie

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Friedrich Schlegel: Parodie (1800)

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Wenn sich neue Liebe regt,
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Pflegen sie es leicht zu wagen,
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Was sie fühlend doch nicht sagen,
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Wie das Herz sich auch bewegt.
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Wenn es noch so leise schlägt,
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Hört es doch die eine Sie,
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Die ihm gern das ihre lieh';
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Und so oder so geht's allen.
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Wollt' ich durch den Scherz mißfallen,
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Sagt' ich Wer und Wo und Wie.

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Wenn die Nachtigallen schlagen
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Und im dichtbelaubten Hain
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Mit der Liebsten du allein,
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Magst du's fühlen, doch nicht sagen.
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In so wundersamen Lagen
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Ist ein zu bescheidner Knabe
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Selten wie ein weißer Rabe;
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Und so oft sie das bestritten,
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Hat es jede noch gelitten,
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Wenn ich sie zum besten habe.

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Wer es je im Herzen wagte,
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Sich den Himmel zu erringen,
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Fand oft solch ein schön Gelingen,
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Daß er endlich sich beklagte.
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Wenn ich allzu kühn es sagte,
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Tadelt nicht des Scherzes Gabe,
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Nehmt zufrieden, was ich habe.
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Liebe sollte Lust erwecken,
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Jeder gern die Mädchen necken,
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Gleich verteilend solche Gabe.
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Wenn sich süß Musik ergossen,

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Dürfen doch die Augen fragen,
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Was im Grunde nichts will sagen,
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Bleibt es bei so leichten Possen.
35
Was man einmal recht genossen,
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Liebt man immer oder nie,
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Bis die süße Frucht gedieh.
38
Wenn es nur bei Scherzen bliebe,
39
Ohne vollen Ernst der Liebe,
40
Gäb' es keine Ironie.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Schlegel
(17721829)

* 10.03.1772 in Hannover, † 11.01.1829 in Dresden

männlich, geb. Q42865417

| Schlaganfall

deutscher Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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