Also ward Glauben Schau'n, Wahrheit der Traum des Frommen!

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Gotthard Ludwig Kosegarten: Also ward Glauben Schau'n, Wahrheit der Traum des Frommen! Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Also ward Glauben Schau'n, Wahrheit der Traum des Frommen!
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Reich Gottes, Reich des Heils, du bist mit Pracht gekommen!
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Fröhlich grünt rings das Land, gedüngt durch Märt'rerblut!
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Der Herr Herr hat gerichtet;
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Das Böse ward vernichtet;
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Es siegt nach langem Hader,
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Was schön, was wahr, was gut!

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Germania frohlockt! Aus ihren hundert Gauen,
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Rechts wo die Donau brüllt, links wo die Belten blauen,
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Stürmt himmelan ihr Psalm, lodert die Opferflamm:
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»der Herr Herr hat gerichtet,
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Die Zwietracht ward geschlichtet;
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Thuiskons hundert Stämme
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Sind nun Ein Volk, Ein Stamm!«

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Auf
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Legt ab den Trauerflor! Laßt Rosmarin und Raute!
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Hüllt euch in Seid' und Sammt; spart der Geschmeide keins!
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Das Jawort ist gesprochen;
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Der Scheidebrief gebrochen;
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Der Trauring ward gewechselt;
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Was Zwei gewest, ist Eins.

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Was Gott zusammenfügt, das soll der Mensch nicht scheiden!
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Hinfort soll Pommern nicht zwiespältig Pommern neiden;
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Ewig sey Eins hinfort, was Sprach' und Abkunft eint!
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Wohl unter den drei Kronen
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Ließ sich's gemächlich wohnen;
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Doch mag das Band nicht dauern,
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Was die Natur verneint.

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Fahr',
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Funkl' ewig dir dein Stern, der Angelstern der Wahrheit!
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Wir scheiden ... Fahre wohl ... Wohl thut das Scheiden weh ....
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Doch ach, die Brüder winken;
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Sie winken, und wir sinken
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An Hals und Herz den Brüdern,
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Und Wollust wird das Weh!

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Wer wollte mit Vertrau'n nicht in das Lichtreich treten,
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Wo
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In Mitten seines Volks, das heldisch ernst und mild;
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Wo nicht die Willkühr schaltet,
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Wo das Gesetz nur waltet,
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Wo noch der Väter Glaube,
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Der Alten Weisheit gilt.

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Wer ist, wer sagt uns an, was Staaten weckt und decket,
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Was Thronen stützt und schmückt, was die Tyrannen schrecket?
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Ist's nicht der Drang, der kühn ins Mark der Wesen dringt?
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Nie mag ein Volk verknechten,
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Nie ein Geschlecht verschlechten,
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Das nach dem Vließ der Wahrheit
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Und Schönheit rastlos ringt!

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Preis dir Germania! An deinen Stromgestaden
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Lustwandelt rings der Chor der Helikoniaden;
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So weit dein Adler fliegt, springt Phöbos güld'ner Quell.
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Er springt am Rhein und Mayne,
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Am Neckar, an der Leine,
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An Spree und Pleiß' und Saale,
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Sonnhoch und sonnenhell.

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Du säumst, bescheid'ner Strom, kalmusbekränzte
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Nicht säume! Dich auch deckt mit diamantnem Schilde
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Athene. Deutschlands Nord dankt dir sein tagend Licht.
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Jahrhunderte verflossen;
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Und rastlos, unverdrossen
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Hast du gepflegt das Schöne,
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Gestrebt für Recht und Pflicht.

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Jahrhunderte entflohn. Verstummt ist
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Entschlafen
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Wie? auch
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Nur
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Ein Hort, den Engel schirmen.
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Der Ahnherrn Fluch vertilgte,
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Die ihren Heerd beraubt.

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Schau, Vater
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Auf euer Kindlein schau't, das ihr mit Angst gebart,
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Das ihr mit Inbrunst hegtet,
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In Sorg' und Jammer pflegtet!
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Freu't Euch der schönern Zukunft,
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Die eures Lieblings harrt.

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Denn
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»was Fürstenfrömmigkeit gestiftet, das soll bleiben.
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Was Geister säugt und nährt, nährt auch der Staaten Mark.«
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Auf
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Auf
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Wer, der nicht kühn und stark?

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Vernimm dann, edler Mann, den uns Sein König sandte,
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Dem längst die deutsche Brust für Pflicht und Recht entbrannte,
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Vernimm den Schwur, der uns, auch uns an Preußen band:
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»derweil das Herz sich reget,
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Derweil der Pulsschlag schläget,
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Sey'n heilig uns und theuer
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Gott, König, Vaterland!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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