Also lauten die Sprüche Jehovah, von Sinai's Höhen

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Gotthard Ludwig Kosegarten: Also lauten die Sprüche Jehovah, von Sinai's Höhen Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Also lauten die Sprüche Jehovah, von Sinai's Höhen
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Niedergerufen im Hall der Posaunen, in rasselnder Donner
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Kriegsgeschrei, im Festgeläut wild reißender Stürme.
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Also lauten die Stimmen vom Sina', die Stimmen Jehovah,
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Eingegraben vom Finger Gottes in Tafeln von Demant,
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Ueberliefert dem Manne Gottes mit sonnigem Antlitz,
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Ueberliefert an uns von dem Mann mit strahlender Stirne.
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Also lauten sie. Höret die Stürme des Odems Jehovah.
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Ich bin Jehovah, dein Gott. Nur Einer bin ich. Nicht sollt du
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Neben mir fremde Götter ehren. Die fremden sind Götzen.
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Ich bin schön vor allem, was schön ist im Himmel und Erden,
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Schöner als Sonn' und Mond, und des Menschen leuchtendes Antlitz.
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Darum sollst du mich inniger lieben, als irdische Schöne –
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Schrecklich bin ich, ein Eifrer, ein Rächer, den Blitz in der Rechten.
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Darum scheue dich, mich zu erzürnen. Mein Zorn ist ein Wetter –
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Jugend verblüht, und Schöne verwelkt. Es scheitert die Stärke.
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Menschen lecket die Zeit hinweg, wie die Sonne den Frühthau.
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Ich bin ewig, ein Fels, der nicht sinkt, ein Schild, der nicht splittert.
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Darum sollst du auf Jugend, auf Stärke, auf Menschen nicht bauen.
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Bauen sollt du auf mich! Ich bin Jehovah, der Eine,
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Endelos, und änderunglos, und immer derselbe.

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Ich bin Jehovah, dein Gott. Ich fülle Himmel und Erden,
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Alldurchdringend und allumfangend – doch nicht zu ergreifen,
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Noch zu erschau'n – unsichthar, gestaltlos, formlos, einfach!
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Darum sollt du mich nicht in Gold und Silber gestalten,
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Nicht aus adrigem Marmor hauen, nicht Gleichheit des Thieres
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Noch des Menschen mir geben – Ich kenne dein Herz und die Schwäche
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Deines Herzens. Du möchtest sonst bald das Bild statt des Bildners
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Oder den Thon statt des Töpfers ehren. In gröberen Irrthum
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Möchtest du sinken, von mir unwürdig denken, und selber
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Täglich vergröbern, verschlimmern, versinnlichen – Sieh', ich weiß es,
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Daß dein Herz am Sinnlichen klebt, wie die Schneck' am Dornbusch.

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Hehr ist mein Nam'! Ihn kennen, ist ewiges Leben. Erkennen
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Magst du ihn wohl aus dem Buch der Natur, aus dem Munde der Seher!
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Wohl dir, weißest du ihn, und brauchst ihn zum Preis' und Lobe,
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Dir zum Trost in den Mühen des Lebens, im Dunkel zum Leitstern.
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Weißest du ihn, und er frommt dir nicht zu reinerem Leben,
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Nicht zu heißerm Liebesgefühl für mich und die Brüder,
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Nicht zu hingeworfner Demuth in Staub' und in Aschen,
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Nicht zu hoher brünstiger himmelgeflügelter Andacht –
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Weh dann, wehe dir! Unheilbar bist du! Unfehlbar
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Werden dich meine Strafen treffen, du Kalter, du Lauer!

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Mensch, ich kenne dein Elend, und deine Mühen, die Schweiße,
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Die dir die Wang' hinunter rinnen, vom dämmernden Morgen
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Bis zu den Schatten der Nacht. Ich kenne die Sorgen, die öfter
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Deinen Wimpern den Schlaf entscheuchen – das jammert mich, Armer.
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Sieh, ich setze dir einen Tag von Sieben. Den sollt du
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Ruhen von deiner Arbeit, und deines Kummers vergessen,
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Sollt dich freuen mit deinen Gespielen, am Kusse der Gattinn
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Satt dich laben, im Zirkel der Deinen dein Leben genießen,
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Dich ergetzen im heitern Spaziergang auf Feldern und Fluren,
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Dich erlaben im Tempel am Preisgesang der Gemeinden,
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Hören mein Wort, mit dem tröstenden Worte dich letzen, und weiser,
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Ruhiger, besser geworden, mit neuen Kräften gegürtet
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Zu den Schweißen der harrenden Woche hinüber schlummern.
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Also gebiet' ich dir. Von sieben Tagen sey Einer
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Mir und der Ruhe heilig, und unverletzbar dem Dränger!

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Ehre Vater und Mutter! Wer Vater und Mutter nicht ehret,
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Sey verflucht! Vertilgt von des Himmels Angesicht. Modern
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Müss' auf den Bergen sein Aas! Sein Auge hacken die Raben!
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Ehre Vater und Mutter! Wer Vater und Mutter gehorchet,
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Ihnen dient, sie lieb und werth hält, ihre Gebrechen
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Freundlich duldet, sie pflegt im Alter, das Küssen der Krankheit
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Ihnen kindlich zurecht legt – Lieben will ich den Guten,
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Will ihn lohnen mit langem Leben. Sein Leben soll friedlich
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Auf der Erde verwallen, sein Haupt mit silbernen Locken
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Schön bekränzt in Frieden hinunter fahren die Grube.

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Tödte nicht! Wer das Blut des Bruders der durstigen Erde
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Zu verschlingen gibt, deß Blut soll die durstige Erde
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Wieder saufen! Sein Haupt nicht entrinnen der Rache des Rächers!
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Tödte nicht! hasse nicht! Schilt nicht! Aergre nicht meine Geliebten,
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Deine Brüder. Laß mir die Rache. Ich hasse das rasche
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Zürnen, die schnaubende Wuth, das zähnefletschende Dräuen.
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Sanftmuth lieb' ich, und bin sanftmüthig selber von Herzen.
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Sanftmuth lohn' ich, und gebe dem Dulder Kronen zu erben.

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Heilig sey dir die Eh'! Ich weihte sie selber. Ich selber
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Schuf den Menschen ein Männlein und Fräulein, auf daß sie beisammen
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Wohnten, und an einander hingen in Eintracht und Liebe,
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Treulich theilten die Mühen des Lebens, die Schweiße der Arbeit
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Freundlich einander vom Antlitz trockneten – Rein sey die Ehe,
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Heilig und unverletzlich! Und daß du reinerer Ehe,
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Tugendlichen Gemahls gewürdiget werdest – o Jugend,
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Zarter Jüngling, reisendes Mädchen – auf daß du der Wonne
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Keuscher Eh'-Umarmung theilhaftig werdest – so wahre
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Wahre der Unschuld Schneegewand! sey keusch und sey züchtig!
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Eine verschämte Ros' im Garten Gottes! ein reiner,
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Ungefälschter Lilienduft in den Düften des Gartens.

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Stehlen sey fern von dir! Ernähre dich ehrlich, Sey sparsam,
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Daß dir des Nächsten Gut nicht lüsten dürfe – Und lüstet
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Dir's – hinab mit dem Rabengedanken zum heimischen Abgrund.
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Thürme nicht Schätze! Gedeiht dein Gut im Antlitz des Himmels,
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Ach, so laß dir's Köder nicht seyn des Stolzes und Geitzes!
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Stachel laß es dir seyn zur Milde! Sey mild und erwuchre
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Mit dem nichtigen Mammon dir unvergängliche Güter.

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Fleuch die Lüge! Sie ist Geburt der Hölle! Die Wahrheit
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Ist mein geliebtes Kind, und wer sie liebet, mein Lieber!
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Fleuch die Lüge. Ich hasse die Schändliche. Wer sie umarmet
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Soll nicht vor mein Angesicht kommen, so wahr ich der Herr bin!

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Rein sey dein Herz und unentweiht von böser Begierde!
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Unbefleckt von schnödem Gelüst nach der Habe des Nächsten,
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Seinem Weib' und seinen Töchtern – Die böse Begierde,
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Ach! wer sie hegt und nährt, deß Herz ist Gräu'l der Verwüstung,
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Grab voll Todtengebeins. Wer der Gewaltigen wehret,
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Sie mit Füßen tritt, die trotzige Riesinn, im ersten
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Keim den Basilisken erstickt, den Helden, den Sieger
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Will ich mit Lorbeer kränzen, will zu ihm kommen und Wohnung
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Machen in seinem reinen Herzen! Sein Herz sey mein Tempel!

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Also strömt es in tausend Gewittern vom Sinai nieder.
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Israel horchte zitternd – Itzt wurde der Hall der Posaunen
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Siebenmal gellender, lauter die Donner. Zuckende Flammen
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Rissen die gährende Luft aus einander. Die Wurzeln des Berges
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Bebten. Es bebte sein rauchendes Haupt. Durch das grause Getümmel
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Hallte Jehovahs Dräuung, ein tausendstimmiger Sturmwind:

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Ich bin Jehovah, dein Gott, ein Starker, ein Eifrer. Die Frevler
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Will ich schlagen in meinem Grimm, daß das Schäumen der Boßheit
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Schäumen werde der Angst, daß die laute Lache des Hohnes
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Werde Verzweiflungslache! Die Sünden der sündigen Väter
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Will ich strafen an ihren Kindern, am Enkel des Enkels.
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Wer kann tragen den Zorn, des Starken, des Eif'rers auf Sion.

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Also stürzt' es, ein Wolkenbruch, vom Sinai nieder,
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Plötzlich wandelten sich die Stürm' in liebliches Säuseln,
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Und der Posaunen Kriegsgeschrei in Harfengelispel.
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Süßes Geduft, wie nach schweren regenrauschenden Wettern
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Aus den thymianblühenden Auen mildiglich aufsteigt,
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Duftet' um Sinai her. Und durch die wehenden Düfte,
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Durch die Säusel und Lispel scholl die Stimme des Milden:

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Ich bin Jehovah, dein Gott, barmherzig, geduldig und gnädig,
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Und von unaussprechlicher Hulde den Frommen und Guten.
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Wer mich liebet, den will ich lieben mit ewiger Liebe,
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Wohl thun will ich dem Mann, dieweil er wallet auf Erden,
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Wohl thun seinen Kindern und seiner Kinder Erzeugten,
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Wohl thun seinem tausendsten Glied. – So redet Jehovah!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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