Kurzweil

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Clemens Brentano: Kurzweil (1808)

1
Ich weiß nicht, was ich meinem Schätzchen
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verhieß,
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Das sie den Riegel wohl hinter sich stieß;
4
Wohl hinter sich in die Ecke,
5
Dann schlich ich zu ihr ins Bettchen.

6
Die zwei, die liegen die halbe Nacht,
7
Bis daß das Glöcklein zwölfe schlagt:
8
Steh auf Braunes Mädchen zum Laden,
9
Schau ob es noch nicht will tagen.

10
Sie gab dem Laden einen Stoß,
11
Da scheint ihr der helle Mond in den Schoos:
12
Bleibt liegen gut Ritterlein stille,
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Es taget nach unserm Willen.

14
Die zwei, die liegen die ganze Nacht,
15
Bis das das Glöcklein Sechse schlagt;
16
Steh auf braunes Mädchen zum Laden,
17
Schau ob es noch nicht will tagen?

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Sie gab dem Laden einen Stoß,
19
Da scheint ihr die helle Sonn in den Schoos;
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Steh auf gut Ritterlein balde,
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Die Sonn steht überm Walde.

22
Ei scheint die Sonn, und ich bin noch hier,
23
O Gott! wie wirds ergehen mir;
24
Ich hab mich gestern Abend vermessen,
25
Bin's leztemal bei dir gewesen.

26
Das Mädchen war so hurtig und eil,
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Ließ den Knaben herunter am Seil,
28
Sie meint, er wäre schon drunnen,
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Da lag er im kühlen Brunnen.

30
Es stand wohl an drei viertel Jahr,
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Da Braußinde ein Kind gebahr;
32
Wir wollen tauffen Hänschen den Jungen,
33
Sein Vater ertrunken im Brunnen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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