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Nacht umfängt den Wald; von jenen Hügeln
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Stieg der Tag ins Abendland hinab;
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Blumen schlafen, und die Sterne spiegeln
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In den Seen ihren Frieden ab.
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Mich laßt hier in dieses Waldes Schauern,
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Wo der Fichtenschatten mich verbirgt;
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Hier soll einsam meine Seele trauern
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Um die Menschheit, die der Wahn erwürgt.
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Drängt euch um mich her, ihr Fichtenbäume!
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Hüllt mich ein, wie eine tiefe Gruft!
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Seufzend, wie das Atmen schwerer Träume,
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Weh' um mich die Stimme dieser Luft.
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Hier an dieses Hügels dunkler Spitze
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Schwebt, wie Geisterwandel, banges Graun;
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Hier, hier will ich vom bemoosten Sitze
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Jene Schädelstätten überschaun.
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Dolche blinken dort im Mondenscheine,
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Wo das Erntefeld des Todes war;
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Durcheinander liegen die Gebeine
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Der Erschlagnen um den Blutaltar.
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Ruhig liegt, wie an der Brust des Freundes,
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Hier ein Haupt, an Feindes Brust gelehnt,
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Dort ein Arm vertraut am Arm des Feindes. –
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Nur das Leben haßt, der Tod versöhnt.
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O, sie können sich nicht mehr verdammen,
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Die hier ruhn; sie ruhen Hand an Hand!
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Ihre Seelen gingen ja zusammen,
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Gingen über in ein Friedensland;
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Haben gern einander dort erwidert,
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Was die Liebe giebt und Lieb' erhält.
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Nur der Sinn der Menschen, noch entbrüdert,
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Weist den Himmel weg aus dieser Welt.
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Hin eilt dieses Leben, hin zum Ende,
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Wo herüber die Eypresse hängt:
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Darum reicht einander doch die Hände,
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Eh' die Gruft euch aneinander drängt!
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Aber hier, um diese Menschentrümmer,
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Hier auf öder Wildnis ruht ein Fluch;
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Durch das Feld hin streckt sich Mondenschimmer,
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Wie ein weites, weißes Leichentuch.
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Dort das Dörfchen unter Weidenbäumen;
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Seine Väter sahn die grause Schlacht:
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O sie schlafen ruhig, und verträumen
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In den Gräbern jene Flammennacht!
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Vor den Hütten, die der Asch' entstiegen,
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Ragt der alte Kirchenturm empor,
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Hält in seinen narbenvollen Zügen
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Seine Welt noch unsern Tagen vor.
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Lodernd fiel um ihn das Dorf zusammen;
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Aber ruhig, wie der große Sinn
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Seiner Stiftung, sah er auf die Flammen
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Der umringenden Verwüstung hin.
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Finster blickt er, von der Nacht umgrauet,
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Und von Mondesanblick halb erhellt,
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Über diesen Hügel, und beschauet,
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Wie ein dunkler Geist, das Leichenfeld.
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Mag, o Lenz, dein Angesicht hier lächeln?
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Jeder Windstoß, der den Wald bewegt,
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Ist ein großer Seufzer, der das Röcheln
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Der Gefallnen durch die Wildnis trägt.
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Diese Greisin, diese düstre Fichte
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Zeigt die Narben, die auch sie empfing,
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Weist dahin, wo blutig die Geschichte
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Böser Zeiten ihr vorüber ging.
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Als hier wild die Waffendonner stürmten,
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War sie noch mit Jugendkraft umlaubt,
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Und, wie Hände der Natur, beschirmten
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Ihre Schatten ein geweihtes Haupt.
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Hier sah Friedrich seine Krieger fallen. –
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Herrscher deiner Welt, du warst so groß;
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Aber doch – das härteste von allen
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War dein Los, es war ein Königslos.
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Mann des Ruhmes, konnten alle Blüten
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Jenes Kranzes, der dein Haupt umfing,
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Konnt' ihn dir die Musenhuld vergüten,
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Diesen Weg, der über Leichen ging?
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Menschen fielen, gleich gemähten Ähren,
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Ach, sie fielen dir, du großer Mann!
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Da, da war es, als dein Herz in Zähren
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Auf den blutbespritzten Lorbeer rann. –
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Hier der See, und dort des Stromes Fluten
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Spiegelten zurück das Todesschwert;
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Dieser Himmel sah das Opfer bluten;
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Dieser Hügel war ein Opferherd;
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Hier im Bach hat Menschenblut geflossen;
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Wo der Halm im Monde zuckend nickt,
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Hat vielleicht ein Auge, halb geschlossen,
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Nach der Heimatgegend hingeblickt.
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Da, wo die Cikad' im düstern Thale
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Durch die Nacht der Ulmenwaldung tönt,
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Da, da hat vielleicht zum letztenmale
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Manches zarte Lebewohl gestöhnt.
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Und der stille Wandrer, welcher traurig
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Sich dem Grau'n der Gegend überläßt,
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Fühlt ein dumpfes Ahnen, das so schaurig
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Ihm den Atemzug zusammen preßt.
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War es Klang von einer fernen Quelle,
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Was so dumpf zu meinem Herzen sprach?
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Oder schwebt Geseufz' um jede Stelle,
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Wo ein Herz, ein Herz voll Liebe, brach?
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Ist es Wandel einer düstern Trauer,
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Was am Sumpf dem Hagebusch entrauscht,
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Und nun schweigt, und, wie ein dunkelgrauer
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Nebelstreif, im Nachtgeflüster lauscht?
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Wandelst du dort, arme Mädchenseele,
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Der die Wut den holden Freund entriß?
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Schattest du dort um die Totenhöhle
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Durch das Nachtgrau'n deiner Finsternis? –
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Aber still! was flimmert durch die Zweige,
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Wie ein weißer, schleierheller Geist?
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Jeder rohe Laut der Wildnis schweige!
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Diese Stell' ist heilig! hier fiel Kleist.
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Wo den Raum die Ulmen überschleiern,
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Sank der Frühlingssänger in den Staub;
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Diese Stelle will ich heilig feiern;
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Ach! und kann sie nur bestreu'n mit Laub.
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Rinnen laß hier eine Silberquelle;
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Winde deinen sanftern Blumentag,
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Holder Frühling, um die rauhe Stelle,
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Wo dein edler Sänger blutend lag.
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Hier aus diesem wildernden Gesträuche,
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Wo der deutsche Mann sein Blut verlor,
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Hebe sich, im Schatten einer Eiche,
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Grün' ein zartes Myrtenreis empor;
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Und im dunkelgrünen Eichenlaube
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Girre, wenn der Lenz vorüber zieht,
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Klagend eine silberweiße Taube
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Noch dem Sänger Lalages ihr Lied.
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Aber in dem Myrtendunkel säume
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Die Begeistrung einer Nachtigall,
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Und die Waldluft schweb' um ihre Träume,
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Wie ein sanft gehaltner Wellenfall.
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Leise schwebe sie durchs Laub des Strauches,
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Das der Boden dieser Stelle trieb,
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Wie der Nachhall eines Flötenhauches,
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Der uns aus des Dichters Leben blieb;
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Und im zarten Weiß der sanftern Trauer
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Nahe sich die Mondnacht diesem Raum,
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Feiernd trete sie in seine Schauer,
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Wie ein heiliger Erinnrungstraum.
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Zwar den fernen Geist kann nichts erstatten;
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Doch er schwand nicht ganz aus unserm Blick:
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Der geweihte Mann wirft seinen Schatten
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Dort noch aus Elysium zurück.
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Viel der edeln Männer sind gefallen;
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Aber, Kleist, dein Name tritt hervor,
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Tritt hervor, und hebt, geweiht vor allen,
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Aus der Flut der Zeiten sich empor.
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Hier fand mancher Jüngling, welcher mutig
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Einen Namen sucht', ein stummes Grab;
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Manche Hoffnung riß der Tod hier blutig
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Vom Idol der goldnen Zukunft ab.
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Sagt, was ist, was gilt ein Menschenleben,
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Was die Menschheit vor dem Weltengeist,
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Wenn der wilde Tod aus den Geweben
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Ihres Daseins so die Faden reißt?
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Welche Faden sind hier abgerissen!
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Und was fällt, wenn nur ein Haupt zerfällt! –
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Hier steh'n wir, und hinter Finsternissen
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Steht der hohe Genius der Welt!
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Stürme fahren aus dem Schoß der Stille,
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Und die Zeit, mit Trümmern wüst umringt,
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Zählt am Uferrand der Lebensfülle
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Jeden Tropfen, den der Sand verschlingt.
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Schwankend irren wir im finstern Sturme;
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Wechseltod beherrscht die Finsternis;
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Er beraubt den Halm, und giebt dem Wurme,
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Giebt dem Halm, was er dem Wurm entriß.
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Luftig spielt das Laub des Ulmenbaumes
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An den frischen Ästen um den Stamm:
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Regt darin sich noch ein Rest des Traumes,
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Der einmal in Nervensäften schwamm?
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Jenen Kopf bewohnten einst Gedanken,
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Stolz vielleicht und Dünkel seine Stirn:
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Jetzt durchkriecht ein Nachtwurm ihn; und Ranken
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Wilder Kräuter nährte sein Gehirn.
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Dieser Staub am Wege hing um Seelen;
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Wo ich trete, stäubt vielleicht ein Herz
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Gott! und hier aus diesen Augenhöhlen
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Starrete zu dir hinauf der Schmerz.
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Welch ein Anblick! – Hieher, Volksregierer,
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Hier, bei dem verwitternden Gebein
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Schwöre, deinem Volk ein sanfter Führer,
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Deiner Welt ein Friedensgott zu sein.
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Hier schau her, wenn dich nach Ruhme dürstet!
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Zähle diese Schädel, Völkerhirt,
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Vor dem Ernste, der dein Haupt, entfürstet,
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In die Stille niederlegen wird!
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Lass' im Traum das Leben dich umwimmern,
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Das hier unterging in starres Grau'n!
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Ist es denn so reizend, sich mit Trümmern
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In die Weltgeschichte einzubau'n?
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Einen Lorbeerkranz verschmäh'n, ist edel!
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Mehr als Heldenruhm ist Menschenglück!
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Ein bekränztes Haupt wird auch zum Schädel,
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Und der Lorbeerkranz zum Rasenstück!
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Cäsar fiel an einem dunkeln Tage
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Ab vom Leben, wie entstürmtes Laub;
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Friedrich liegt im engen Sarkophage;
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Alexander ist ein wenig Staub.
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Klein ist nun der große Weltbestürmer;
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Es verhallte, lauten Donnern gleich;
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Längst schon teilten sich in ihn die Würmer,
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So wie die Satrapen in sein Reich.
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Fließt das Leben auch aus einer Quelle,
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Die durch hochbekränzte Tage rinnt;
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Irgendwo erscheint die dunkle Stelle,
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Wo das Leben stille steht und sinnt.
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Katharinas Lorbeerthaten zögen
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Gern verhüllt den Lethestrom hinab;
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Bess're retten ihre Gruft, und legen
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Sanftre Kronen nieder auf ihr Grab.
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Dort, dort unten, wo zur letzten Krümme,
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Wie ein Strahl, der Lebensweg sich bricht,
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Tönet eine feierliche Stimme,
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Die dem Wandrer dumpf entgegen spricht:
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»was nicht rein ist, wird in Nacht verschwinden;
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Des Verwüsters Hand ist ausgestreckt;
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Und die Wahrheit wird den Menschen finden,
220
Ob ihn Dunkel oder Glanz versteckt!«