Nun wogt einher in mächt'gem Geroll

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Hermann Conradi: Nun wogt einher in mächt'gem Geroll Titel entspricht 1. Vers(1876)

1
Nun wogt einher in mächt'gem Geroll,
2
Der
3
Den wir gehegt, den alten Groll,
4
Wir ließen ihn bei den Toten!
5
Wir ließen dahinten in Wüstenei'n
6
Der Verzweiflung Dornengeranke –
7
Ins Leben führte uns siegreich ein

8
Die uns zerdrückt, zerwalzt und zerstückt,
9
Die Dämonen verloren die Bannkraft!
10
Wir haben uns zu der
11
Und uns durchpocht nun die Mannkraft!
12
Sansara dahinten nebelumkreist –
13
Wir rangen uns zu den Höhen!
14
Lebendig ward uns der neue Geist,
15
Der da schafft in der Zeiten Wehen! ...

16
Der da schafft in der Zeiten Dämmerungsschwall
17
Und ringt zur Frühlingsentfaltung!
18
Ob seine Botschaft noch vielen Gelall –
19
Er wächst und ersteht zur Gestaltung!
20
Und immer tönender wird sein Wort
21
Und brünstiger wirbt er um Herzen –
22
Dann reißt er uns alle im Sturme fort
23
Und begräbt unsere letzten Schmerzen!

24
Und
25
Es atmet sich köstlich das Leben!
26
Es hat sich
27
Und will sich dem Frühling ergeben!
28
Der Vergangenheit tränengedüngte Saat
29
Sproßt auf zu fruchtschweren Halmen,
30
Und alles Wachsen eint sich zur Tat,
31
Drin sich die Zweifel zermalmen!

32
Wir zweifelten – ja! Wir kosteten wohl
33
Des Zwiestreits bitterste Wunden!
34
Wir opferten wohl Idol um Idol –
35
Und hatten doch nimmer gefunden,
36
Was uns aus unserer Enge erlöst –
37
Aus der unzulänglichen Kleinheit,
38
Drin sich der Dinge Wesen entblößt
39
Zu grenzenloser Gemeinheit!

40
Wir lagen im Grunde und stöhnten auf –
41
Kaum rafften wir uns zum Rufen!
42
Und drüber stampfte des Alltags Lauf,
43
Zertrat uns mit erzenen Hufen!
44
Und keiner – und keiner, der uns die Hand
45
Gereicht – die blutenden Wunden
46
Bewahrt vor herzenzermergelndem Brand –
47
Der uns zur

48
Da endlich – bei Gott! – wie vom Wahnsinn geweckt,
49
Als ziemten uns Siegerlose! –
50
Haben wir uns emporgereckt
51
Da unten umkroch uns ein giftig Gerank,
52
Das brannte sich ein wie Nesseln,
53
Umdünstete uns wie mit Pestgestank,
54
Beschlich uns mit härenen Fesseln! ...

55
Nun warfen wir von uns das Dornenkleid
56
Und atmeten brünstig das Licht ein!
57
Das Auge erlahmte dem kleinlichen Leid
58
Vor dem weltüberflammenden Lichtschein!
59
Schmolz auch vor der Sonne das erzene Tor,
60
Das dem Sinne gewehrt, der befangen,
61
Des
62
Das stete Vernichtungsverlangen:

63
In
64
Aus ihrem Schoße entmündet
65
Die
66
In der sich die Zukunft begründet!
67
Das ist die Botschaft der neuen Zeit:
68
Wir haben in Schmerzen begriffen
69
Der
70
Die

71
Nun nahe, du Tag! Nun hebe dich rot –
72
Blutrot aus der Zukunft Wogen!
73
Nun künde dein Menschenerlösungsgebot,
74
Von Friedenstauben umflogen!
75
Ein jeder von uns ist dein kampffroher Sohn –
76
Hat deine Mission begriffen –
77
Hat blank für deine Revolution
78
Seines Geistes Schwert geschliffen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.