Schaust du die Sterne, vergißt du der Wesen

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Hermann Conradi: Schaust du die Sterne, vergißt du der Wesen Titel entspricht 1. Vers(1876)

1
Schaust du die Sterne, vergißt du der Wesen,
2
Die zu Füßen unzählig dir wimmeln:
3
Unter ewigen, ehernen Himmeln
4
Wirst du vom Reiche der Schatten genesen!

5
Schicksalgekrümmter
6
Staubbestimmter!

7
Raffe mit kühnen Freierhänden
8
Ihre Rätsel in deine Brust –
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Und du wirst in stolzer Lust
10
Deines Wanderns Fragmente vollenden!

11
Sterblicher! Sprich mit der Ewigkeit!
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Sterne geben dir ihr Geleit –
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Brennen auf deinen Scheitel nieder –
14
Gießen Ströme des Segens aus:
15
Türmet die Quadern des

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Siehe! Unter dem Baldachine
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Ewiger Unermeßlichkeit
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Heitert sich des Dulders Miene!
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Golgathas blutrotes Schmerzenskleid
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Färbt sich zu weißem, bläulichem Glanze –
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Drin sich erklären die Stäubchen im Tanze –
22
Draus sich enthüllt das erlösende

23
Sterblicher! Hüte den Schatz, den einen,
24
Drin sich Leben und Tod vermählt –
25
Drin sich Sünde und Gnade vereinen –
26
Und deine Schmerzen sind gezählt!

27
Sterblicher! Deine Schmerzen verfliegen –
28
Deine Tränen saugt der Sand:
29
Ueber die Kleinheit wirst du siegen,
30
Da dich die Größe übermannt!

31
Glaubst du den Sternen, vergißt du der Schatten,
32
Die dir zu Füßen in Knäueln sich winden:

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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