Es ist so still geworden

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Hermann Conradi: Es ist so still geworden (1876)

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Es ist so still geworden,
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Die Flut verlief sich sacht ...
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Mein Wehr und Waffen tat ich ab
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Und der Gedanken Fracht ...
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Was mich tagsüber wild bewegt:
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Ich hab' es nun zur Ruh' gelegt –
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Nur meine Wunden bluten,
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Bluten in stiller Nacht ...

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Da in der Brust tief drinnen
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Ist mir ein Ton erwacht:
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»was dich zu hartem Zwiestreit rief,
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Was deines Herzens Schacht
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Befeuert, daß du kühn entbrannt,
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Verspottet ist's wie Kindertand –
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Drum deine Wunden bluten,
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Bluten in stiller Nacht!

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Wirf hin dein Schwert, die Laute,
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Daß sie zerschellt, zerkracht!
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Dem Gott, den du bekennst, dem wird
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Kein Opfer mehr gebracht!
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Kein Herz mehr schlägt, das ihn bekennt,
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Und keine Zunge, die ihn nennt –
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Drum deine Wunden bluten,
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Bluten in stiller Nacht ...

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Vergeblich ist dein Ringen,
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Umsonst die Glut entfacht!
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Aus diesem Kampf hat keiner noch
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Das Glück sich heimgebracht ...«
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Doch sei's, wie auch mein Ahnen spricht:
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Mein Herz wird ihn nie rufen –
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Bei den ewigen Sternen der Nacht! ...

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Es ist so still geworden,
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Die Flut verlief sich sacht ...
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Mein Wehr und Waffen tat ich ab ...
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Doch der Gedanken Fracht
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Hab' hoch und stolz ich aufgericht't:
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Ob meine Wunden bluten,
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Bluten in stiller Nacht! ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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