Offenbarung

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Hermann Conradi: Offenbarung (1876)

1
Zur Nacht, zur Nacht an den Wassern ich ging –
2
Die Nacht lag schwarz, zerlastend, schwül ...
3
Und meiner Seele Angstgefühl
4
Mit zuckenden Fingern die Engnis umfing ...

5
Von den Wassern herauf erklang es, erscholl,
6
Als orgelte drunten ein Sturmchoral,
7
Und doch war die Welt des Schweigens so voll –
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Nur in mir schrie die Qual ...

9
Die Nacht zerdrückte mich und zerschmolz
10
Mit brünstigem Atem, was einst empor
11
In märzigen Träumen sich reckte so stolz –
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Draus aber kroch Angst und Furcht hervor ...

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Nur Furcht vor dem hellen, dem harten Licht,
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Das alles in zwingende Nähe schiebt,
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Dran meiner Seele harmonisch Gedicht
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In tausend Fetzen und Splitter zerstiebt ...

17
Der Wind strich feucht und die Flut lief sacht –
18
Mich deckte der Nacht blauschwarzer Schild – –
19
Da hat es sich mir in Gnaden enthüllt
20
Und satte Genesung mir eingebracht ...

21
Wohl tröstet die Nacht und zärtlich gibt
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Sie der Einsamkeit Brust dem Verirrten hin –
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Sie hat die Verlassenen immer geliebt
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Und den wundenzerfolterten Duldersinn.

25
Sie dämpft das Weh und blendet den Blick
26
Vor des Tages zerkrümelter Vielheitswelt –
27
Doch, wenn sich der Himmel im Osten erhellt,
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Beschert sie sterbend das reichste Glück ...

29
Wie der Tag
30
Und langsam wächst zu hellerem Schein:

31
Zur Nacht, zur Nacht mein Auge hing
32
An der schwarzen Flut – die Nacht lag schwül –
33
Doch meiner Seele Kraftgefühl
34
Frohlockend dem Frührot entgegenging ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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