Nachtzauber

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Hermann Conradi: Nachtzauber (1876)

1
Wie wag' ich's nur, mein junger Tag,
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Ins helle Antlitz dir zu schauen?
3
Der ich der Nacht zu Füßen lag
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In sündesüßem Wollustgrauen!

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Die Nacht war meine Königin,
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Sie weckte tiefste Herzenstöne –
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Sie strömte Visionen hin,
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Und Träume waren unsre Söhne!

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O Träume, die mit milder Hand
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Mir alle Erdenschwere scheuchten!
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Die mich mit ihrem stillen Brand
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Entrückten zu der Sterne Leuchten!

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O Träume, die mich hold benetzt
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Mit Wunderfingern, gabenschweren –
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Das
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Und stolz verweigert das Entbehren!

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Wie ruht es sich so köstlich weich
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In ihres Schoßes Zauberkrümmung!
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Wie unermeßlich war mein Reich –
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Wie schöpferisch des Herzens Stimmung!

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Nun blickst du mir, mein junger Tag,
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Ins Angesicht, das bleichverwachte,
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Und fragst, was ich zu deinem Preis
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Aus nächt'gen Tiefen aufwärtsbrachte?

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Ich kenne dich! Und doch bist du
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So fremd mir noch und schoßverschlossen!
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Noch schwült in meiner Seele nach
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Der Duftschwall, so der Nacht entsprossen.

29
Und doch! Hier hast du meinen Arm –
30
Ob meiner Sehnsucht Eulenflügel
31
Auch nachtwärts flattern – – nimm mich hin –

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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