Oft schweif' ich

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Hermann Conradi: Oft schweif' ich (1876)

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Oft schweif' ich durch der Menschen Reihen hin
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Und spüre keinen ...
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Ahne traumumflirrt nur,
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Wie ein gewaltig Chaos mich umbraust,
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Wie ein verwirrtes Tönen zu mir ruft,
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Gleich Stimmen, die von fernen Inseln kommen ...

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Ich spüre keinen –
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Und ob Freund, ob Feind
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An mir vorübertreibt:
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Ich weiß es nicht ...
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Wie Schatten hastet's hin –
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Verhängt ist mein Gesicht,
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Entrückt mein Sinn ...

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Dann sing' ich leise Lieder für mich hin,
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Die niemand sang bis heute ...
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Was dieser schweren Weisen Gang
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Bedeute –
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Kaum klärt sich's mir ...
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– – – – – – – – – – – –

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Mit Wesen sprech' ich,
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Die noch ungeboren –
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Sich noch verloren
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In Ewigkeiten, schrankenlosen,
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Unvergleichbar
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Irdischen Losen,
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Unerreichbar
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Für Menschenmaß ...

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Was ich besaß –
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Was ich besitze,
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Mir zugeeignet
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Wachend bewußt:
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Liegt überflutet
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Wie vom Vergessen,
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Märchenversunken
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Tief in der Brust ...

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Aber die Stimmen, die geheimnisvollen,
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Die verschollen
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Im Wachsen und Reifen,
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Tönen herauf,
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Und sie begreifen
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Nach eigener Satzung
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Eine eigene Welt ...
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Die sich entwirkend
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Mich dem Schoße
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Alles Entstehens
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Ahnend gesellt ...

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Urworte denk' ich,
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Und ich versenk' mich
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In den Strudel der Kraft,
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Die sich entfaltend
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Alles gestaltend
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Zum Wandel schafft ...

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Selbst ich entrolle
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Bemessener Scholle
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Zum Urborn des Seins,
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Und es verliert sich,
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Was nur gebiert sich,
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Als Schatten des Scheins ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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