Zwischen-Motiv

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Hermann Conradi: Zwischen-Motiv (1876)

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In ein Wirtshaus bin ich eingekehrt,
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Da hat mir keiner den Wein verwehrt.

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Haben mich alle aufgenommen,
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Als wär' ich zu hohem Roß gekommen.

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Sind alle zu mir herangerückt –
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Haben uns in die Augen geblickt ...

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Haben eng beieinander gesessen,
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Wein geschlürft und Schwarzbrot gegessen.

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Es war im März und da fiel mir ein:
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Es müßte doch balde Frühling sein!

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Habe mich auf den Frühling gespitzt
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Und alles Grübeln hinweggeblitzt!

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War ein Zecher, und nahm es nicht krumm,
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Ging der Schalksnarr im Saale herum ...

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Doch schließlich kriegt' ich den Unsinn dick,
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Und wieder heller ward mein Blick ...

17
Da hab' ich die Menschlein mir angeguckt
18
Und hinterher weidlich ausgespuckt ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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