Was frag ich nach Zeit und Stunde

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Hermann Conradi: Was frag ich nach Zeit und Stunde (1876)

1
Was frag' ich nach Zeit und Stunde,
2
Wenn an deiner Brust ich lieg' –
3
Wenn ich küsse von deinem Munde
4
Der Liebe süßseligen Sieg!
5
Wenn ich küsse die weißen Brüste,
6
Den knospenden, schwellenden Leib –
7
Was frag' ich nach Zeit und Stunde,
8
Bei solch holdem Zeitvertreib! ...

9
Was frag' ich nach Zeit und Stunde,
10
Rast' ich auf Linnen, schneeweiß,
11
Bei dir und trink' dir vom Munde
12
Der Liebe süßseligen Preis!
13
Da füllt mich ein großes Genügen,
14
Mein wildes Begehren versinkt ...
15
Was frag' ich nach Zeit und Stunde,
16
Wenn die Welt wie verschollen mich dünkt! ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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