Einem Kinde der Sünde

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Hermann Conradi: Einem Kinde der Sünde (1876)

1
Ob's deine Augen auch verneinen
2
Mit ihrem hellen, klaren Licht;
3
Ob auch auf deinem zarten, feinen,
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Madonnenschönen Angesicht
5
Es liegt, als wäre deine Seele
6
Ein seltner Kelch, der niemals trog,
7
Drin Keuschheit sich und Kraft vermähle:

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Ob deine Augen drohend blitzen –
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Ob du auch zitternd, zornbewehrt,
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Dich vor dem Frechen suchst zu schützen,
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Den deiner Schönheit Reiz betört, –
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Der deines Nackens holde Fülle
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Umspannen will mit engem Joch –
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Ein Bild der lieblichsten Idylle! –

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Ob du auch sittsam deine frommen
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Blauaugen niederschlägst, wenn jach,
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Wie's just passiert, ein Wort gekommen –
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Ein Wort von bravem, derbem Schlag –
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Es fährt heraus – die andern kichern:
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»ein Witz, der nicht zum feinsten roch!«
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Ob du auch kalt sie's läßt versichern –

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Denn ich, Madonna, muß es wissen –
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Du hast es selbst mir ungesäumt
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Gebeichtet, da auf weichen Kissen
25
Ich manche Nacht bei dir verträumt ...
26
Dein schöner Leib ist so gesellig
27
Und Kosen dünkt ihn wunderfein –
28
Drum bist du heimlich gern gefällig:

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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