4.

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Hermann Conradi: 4. (1876)

1
Im Sklavendienst der Lüge
2
Hab' ich den Tag verbracht ...
3
Nun hat den Gnadenschleier leis
4
Herabgesenkt die Nacht.
5
Es schweigt verträumt die Runde,
6
Nur raunend der Nachtwind rauscht –
7
Ich aber mit brennendem Munde
8
Habe Stunde um Stunde
9
Mit Geistern aus nächt'gem Grunde
10
Wilde Zwiesprach getauscht!

11
Hei! Wie er mich umflattert,
12
Der Geister toller Schwarm!
13
Wie er mich preßt mit trunkner Lust
14
In seinen Riesenarm!
15
Wie Frage er auf Frage
16
In meine Seele schreit!
17
Und ob ich bang verzage,
18
Die Brust mir blutig schlage
19
Und bete, daß es tage:

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Conradi
(18621890)

* 12.07.1862 in Jeßnitz, † 08.03.1890 in Würzburg

männlich, geb. Conradi

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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