Ich weiß ein schönes Eiland, wie verloren

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Ludwig Ferdinand) (Schmid Dranmor: Ich weiß ein schönes Eiland, wie verloren Titel entspricht 1. Vers(1855)

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Ich weiß ein schönes Eiland, wie verloren
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Im stillen Ocean, ein waldbedecktes,
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In milden Sonnenstrahlen hingestrecktes,
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Wie ein Asyl, für Dichter auserkoren,
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Ein Eden, von der Trope Glut durchhaucht,
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Ein Eiland, wie ein Strauß von wilden Rosen
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Für die Betrübten, für die Heimatlosen
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Aus träumerischen Fluten aufgetaucht.
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Es ragt empor, der Schiffer Augenweide,
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Mit Halden, Silberbächen, kühlen Schluchten.
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Es streift mit seinem dunkelgrünen Kleide
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Bis an den Spiegel seiner Felsenbuchten.
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Lianen werfen ihre Blütenschnur
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Von Baum zu Baum; durch buntes Strauchwerk fliegen
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Zwitschernde Vögel. Stolze Forsten schmiegen
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Sich an des Himmels blendendes Azur.
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Dort glänzt der Morgentau wie Diamanten
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Auf satten Gräsern; Antilopen schauen
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Furchtlos hernieder von der Berge Kanten,
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Und Palmen rauschen auf beblümten Auen.
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Ostindienfahrer kommen, reich beladen,
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Und Wallfischfänger, lärmende Gesellen.
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Sie kennen meiner Insel Ankerstellen,
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Doch nur als rastbedürftige Nomaden.
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Mich zieht es hin, in meinen liebsten Träumen,
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Zu jenen Thälern mit den Kokosbäumen;
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Ich möchte dort, auf freier Erde weilend,
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Mein Paradies mit freien Männern teilend,
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Ein Pflanzer unter Pflanzern, meine Saat
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Ausstreuen, einer großen Zukunft Keime,
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Und ohne Wortgeklingel, ohne Reime
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Den Tod erwarten als ein Mann der That.
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Es ist zu spät! Die Jugend ist entwichen.
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Statt neuer Freuden sind Erinnerungen
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Aus guter alter Zeit herbeigesprungen,
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Und Selbstbetrachtung kam herangeschlichen.
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Es sei! – Ich will an Träumen mich erfreun,
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Die meine tiefe Trauer überragen.
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Ich habe heiß gestrebt – ich muß entsagen,
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Ich muß auf meine Wunden Asche streun.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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